Zuletzt aktualisiert am 19. November 2025 |
Für mich ist der Herbst die beste und vor allem schönste Jahreszeit für Bergwanderungen. Gewitter werden seltener, die Bäume erstrahlen in prächtigen Farben, die Sicht ist wegen der kälteren Luft oft besser und auf den Gipfeln herrscht weniger Andrang. Für Herbstwanderungen gilt es bei der Tourenplanung aber auch einiges zusätzlich zu beachten.
1. Weniger Tageslicht
Im Herbst werden die Tage bekanntlich wieder kürzer. Bereits Ende Oktober geht die Sonne in unseren Breitengraden schon kurz nach 17 Uhr unter. Deine Herbstwanderungen solltest du deshalb an die Länge des Tageslichts anpassen. Plane genügend Zeit für Pausen, die Gipfelrast und Abkürzungen ein, damit du keinen Zeitdruck bekommst. Verschiebe lange Touren auf den nächsten Sommer.

2. Weniger Höhe
Mit den kürzer werdenden Tagen sinkt auch die Schneefallgrenze – und mir ihr auch die Höhe deiner Bergwanderungen. In höheren Lagen kann im Herbst bereits vielerorts Schnee liegen. Wo und wie viel erfährst du beim Wetterdienst deines Vertrauens. Aber auch ohne Schnee können Bergwege im Herbst nass und rutschig sein, sei es wegen Regen oder Bodenfrost. Vor allem Wege an Nordhängen trocknen zu dieser Jahreszeit meist nicht mehr komplett.

3. Mehr Kleider
Dass eine Regenjacke bei einer Bergtour immer in den Rucksack gehört, versteht sich von selbst. Für Herbstwanderungen gehören dazu zwingend auch noch wärmere Kleider sowie eine Mütze und Handschuhe. Und: Zieh dich nach dem Mehrlagenprinzip an! Also in Schichten, die du, wenn es tagsüber wärmer werden sollte, nach und nach ausziehen kannst.
4. Mehr Ausrüstung
Trekkingstöcke erleichtern das Gehen, wenn du auf nassem Laub oder matschigen Wegen unterwegs bist. Ganz wichtig ist auch eine Stirnlampe, falls du doch einmal etwas länger als geplant unterwegs bist. Ein Abstieg auf glitschigem Untergrund bei Dämmerlicht oder kompletter Dunkelheit ist alles andere als ein Spass und kann lebensgefährlich sein.
Und falls du auf deiner Herbsttour bereits erste Neuschneefelder queren musst, können dir Grödel dabei helfen, sicher voranzukommen. Nicht zu vergessen: Ein gut ausgestattetes Erste-Hilfe-Set gehört ebenfalls in deinen Rucksack, um auf kleine Unfälle vorbereitet zu sein.
5. Mehr Vorbereitung
Viele Berghütten werden nur im Sommer bewirtschaftet und Bahnen und Busse fahren im Herbst oftmals nur noch eingeschränkt oder gar nicht mehr. Auch die letzten Fahrten sind im Herbst oft früher als im Sommer. Informier dich deshalb vorab über Öffnungs- und Betriebszeiten von Hütten, Bergrestaurants und Bergbahnen.
Gerade wenn Hütten und Restaurants geschlossen sind, ist Selbstverpflegung Pflicht. Denk daran: Kühlere Temperaturen und längere Etappen kosten mehr Energie. Nimm genügend kalorienreiche Zwischenverpflegung mit – etwa Nüsse, Trockenfrüchte oder Riegel – und heissen Tee in einer Thermosflasche.

Herbst-Wandertipps
Wie eingangs bereits erwähnt, bietet der Herbst ideale Bedingungen, um die Bergwelt zu erkunden. Zwei Touren, die wir im Herbst sehr gerne mache sind die von der Alp Languard zur Segantinihütte und der Panoramaweg von Brambrüesch nach Feldis. Beide Touren sind perfekt, um die farbenfrohe Herbstlandschaft zu geniessen und gleichzeitig frische Bergluft zu tanken. Wann die Wälder und Bäume in der Schweiz in den buntesten Farben leuchten, erfährst du ganz einfach im dem Laubtracker von Schweiz Tourismus.
Und wie immer gilt …
Egal, ob du im Sommer oder im Herbst in den Bergen unterwegs bist: Zu deiner Sicherheit solltest du nur Touren machen, denen du körperlich und mental gewachsen bist und über deren Anforderungen du dich im Vorfeld informiert hast. Die offizielle Schwierigkeitsskala gibt dir Auskunft darüber, wie anspruchsvoll ein Wander- oder Bergweg in der Schweiz sein kann.


