Eine meiner Lieblingsrouten auf den Säntis ist auch einer der längeren. Sie beginnt in Wasserauen bzw. bei der Bergstation Ebenalp und dauert rund 4,5 Stunden.

Gegenüber des Bahnhofs in Wasserauen befindet sich die Talstation der Ebenalpbahn, mit der wir die ersten 723 Höhenmeter gemütlich in Angriff nehmen. Nach rund 6 Minuten Fahrt stehen wir auf der Ebenalp auf 1640 m.ü.M. Wir wandern hinter dem Gasthaus vorbei und nehmen den gut markierten Weg hinauf zum Schäfler, wo man im gleichnamigen Restaurant übrigens unbedingt einen „Schlorzifladen“ probieren sollte! Meine Partnerin Celina sagt, es wäre der beste seiner Art im gesamten Alpstein.

Vom Schäfler führt dann ein teils steiler und stellenweise ziemlich ausgesetzter Weg, der daher nur von trittsicheren Berggängern mit gutem Schuhwerk begangen werden sollte, über Läden (1866) und Sattel (1800) zu Punkt 1799, wo wir uns rechts halten und so zum Lötzlialpsattel (1900) kommen. Dort wechseln wir von der Südseite des Grats auf die Nordseite und wandern durch ein imposantes Geröllfeld hinauf Richtung Öhrli bzw. zur Hinter Öhrligrueb (2119).

An der Öhrligrueb angekommen, empfiehlt sich eine kurze Rast, falls man sie nicht vorher schon irgendwo gemacht hat. Denn der Schlussaufstieg durch die Rossegg, Blau Schnee und hinauf zur Himmelsleiter hat es nochmals in sich.

In diesem Gebiet, insbesondere bei Blau Schnee, kann übrigens das gesamte Jahr über Schnee liegen. Wenn es viel davon hat oder bei starkem Nebel sind die Wegmarkierungen oft nur schwer zu erkennen. Achtung: Im Frühling können sich dort auch grössere Hohlräume und brüchige Schneebrücken bilden, die nicht immer auf Anhieb als solche zu erkennen sind.

Nach rund einer Dreiviertelstunde Marsch durch die Felslandschaft steht man dann mehr oder weniger plötzlich vor einem unauffälligen Schild, welches den Weg zum Gipfel (2502) anzeigt. Doch bevor man dort ankommt, ist nochmals etwas leichte Kraxelei nötig.

Der Weg beginnt mit dem Aufstieg durch Rinnen, die mit Drahtseilen gesichert sind. Nach rund 15 Minuten kommen wir durch eine kleine Lücke auf die Säntis-Route, die von der Schwägalp auf den Gipfel führt. Da diese Route schneller und leichter ist, wird sie auch öfters begangen. Entsprechend gross kann an schönen Tagen dann auch der Andrang sein, was an der Himmelsleiter regelmässig zu kleineren Staus führt.

Damit sich die Gipfelstürmer bei viel Betrieb einfacher kreuzen können, wurden 2011 einige kleine Plattformen in die Himmelsleiter eingebaut.

Am Ende der Himmelsleiter führt der Weg durch einen Stollen hinauf zur Seilbahn, der Aussichtsplattform und dem Restaurant. Da der Säntisgipfel auch leicht mit der Seilbahn erreicht werden kann, herrscht an schönen Tagen oftmals ein ziemlicher Rummel dort oben. Ich „flüchte“ dann meist mit der nächstmöglichen Bahn hinunter ins Tal.

Wer sich trotzdem auf dem Gipfel verpflegen möchte, dem empfehle ich das Bergrestaurant Alter Säntis, ein paar Meter unterhalb des Gipfels. Dort ist die Küche besser und das Ambiente gemütlicher.

Vor ein paar Jahren habe ich ein kurzes Video über die Route gemacht – damals bei nicht ganz so gutem Wetter.

2 Kommentare zu „Von der Ebenalp über den Schäfler und die Himmelsleiter auf den Säntis (T3)

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