Zuletzt aktualisiert am 21. Dezember 2025 |

Welche Berge fordern weltweit am meisten Menschenleben? Diese Übersicht zeigt die tödlichsten Berge der Welt, gemessen an der absoluten Zahl der Todesopfer und nicht an der Todesrate.

Viele Ranglisten nennen K2 oder Annapurna als besonders gefährlich, beziehen sich dabei aber auf das Verhältnis von Besteigungen zu Todesfällen. Dieser Artikel folgt bewusst einer anderen Logik. Entscheidend ist die Gesamtzahl der Opfer, denn einige der tödlichsten Berge der Welt sind vergleichsweise leicht zugänglich oder werden sehr häufig bestiegen. Grundlage sind öffentlich zugängliche Daten, Fachpublikationen und Unfallstatistiken.

1. Mont Blanc (Frankreich/Italien)

  • Höhe: 4806 Meter
  • Todesfälle: Geschätzt 6000 bis 8000
Blick auf den Mont Blanc, der tödlichste Berg in den Alpen

Der Mont Blanc gehört zu den bekanntesten und tödlichsten Bergen der Alpen. Plötzliche Wetterumschwünge, Gletscherspalten und Steinschlag fordern seit der Erstbesteigung 1786 regelmässig Leben. Besonders gefährlich ist der «Grand Couloir», oft auch «Todesrinne» genannt, wegen seines massiven Steinschlags. Es existieren keine offiziellen Statistiken, doch seriöse Schätzungen gehen von 6000 bis 8000 Todesopfern aus.

2. Matterhorn (Schweiz)

  • Höhe: 4478 Meter
  • Todesfälle: Über 600
Blick auf das Matterhorn, einer der tödlichsten Berge der Welt

Seit 1865 sind am Matterhorn über 600 Menschen ums Leben gekommen. Viele unterschätzen die Länge und Exponiertheit der Tour über den Hörnligrat – besonders beim Abstieg. Wetterumschwünge und Erschöpfung zählen zu den häufigsten Ursachen. Trotz der Gefahren bleibt das Matterhorn eine Ikone des Alpinismus und zieht jedes Jahr zahlreiche Bergsteiger an.

3. Mount Everest (Nepal/China)

  • Höhe: 8849 Meter
  • Todesfälle: über 360
Blick auf den Mount Everest, der auf Platz drei der tödlichsten Berge der Welt steht

Der höchste Berg der Erde ist nicht nur Symbol für extreme Besteigungen, sondern auch einer der tödlichsten. Über 360 Menschen starben am Everest, viele davon in der Todeszone oberhalb von 8000 Metern. Sauerstoffmangel, Kälte und Erschöpfung führen zu dramatischen Situationen. In den letzten Jahren sorgen überfüllte Routen in Gipfelnähe regelmässig für lebensgefährliche Verzögerungen.

4. Watzmann (Deutschland)

  • Höhe: 2713 Meter
  • Todesfälle: 112
Aufnahme der Watzmann-Ostwand

Die Ostwand des Watzmanns fordert trotz moderater Höhe immer wieder Todesopfer. Mit 1800 Höhenmetern ist sie die längste durchgehende Felswand der Ostalpen. Fehlende Sicherungen, schwierige Orientierung und abrupte Wetterwechsel machen sie besonders gefährlich – vor allem bei Nässe oder Altschnee. Viele unterschätzen die Kombination aus Länge, Ausgesetztheit und alpinem Gelände.

5. Nanga Parbat (Pakistan)

  • Höhe: 8125 Meter
  • Todesfälle: über 96
Blick auf den Nanga Parbat

Der Nanga Parbat war in den 1930er-Jahren als «Schicksalsberg der Deutschen» bekannt. Dieser Ruf wirkt bis heute nach. Die Rupalwand gilt als höchste Felswand der Welt und zählt zu den schwierigsten Routen im Alpinismus. Der Berg forderte viele Leben, darunter jenes von Günther Messner. Seine Abgeschiedenheit und die fehlenden Rettungsmöglichkeiten machen ihn besonders gefährlich.

6. K2 (Pakistan/China)

  • Höhe: 8611 Meter
  • Todesfälle: 96
Blick auf den K2

Der K2 gilt als einer der gefährlichsten Berge der Welt. Er ist technisch anspruchsvoll, wetteranfällig und extrem steil. Schon der Aufstieg bringt Alpinisten an ihre Grenzen. Besonders heikel ist die Passage durch den «Bottleneck», ein schmaler Abschnitt unter instabilen Eismassen. Viele Expeditionen scheitern oder enden tödlich, selbst bei optimaler Vorbereitung.

7. Manaslu (Nepal)

  • Höhe: 8163 Meter
  • Todesfälle: 89
Blick auf den Manaslu, auf Rang 7 der tödlichsten Berge der Welt

Der Manaslu ist auch als «Berg der Geister» bekannt und gilt als einer der gefährlichsten Achttausender. Lawinen, instabile Gletscherzonen und unvorhersehbare Wetterumschwünge machen den Aufstieg besonders riskant. Trotz hoher Todesrate steigt die Zahl der Besteigungen stetig. Im Vergleich zu anderen Gipfeln seiner Höhe ist die Erfolgsquote gering, was ihm den Beinamen «Killerberg» eingebracht hat.

8. Dhaulagiri (Nepal)

  • Höhe: 8167 Meter
  • Todesfälle: 82
Blick auf den Dhaulagiri

Der Dhaulagiri wird auch als «Weisser Berg» bezeichnet. Seit seiner Erstbesteigung im Jahr 1960 hat er über 80 Menschenleben gefordert. Lawinengefahr, extreme Kälte und starke Höhenwinde erschweren nicht nur den Aufstieg, sondern machen auch Rettungsaktionen oft unmöglich. Der Berg zählt zu den gefährlichsten im Himalaya.

9. Eiger (Schweiz)

  • Höhe: 3970 Meter
  • Todesfälle: Über 70 in der Nordwand
Blick auf die Eiger Nordwand

Die Eigernordwand zählt zu den schwierigsten Routen der Alpen. Seit der Erstbesteigung 1938 sind dort über 70 Menschen ums Leben gekommen. Steinschlag, Wetterstürze und komplexe Orientierung machen die Wand zu einem Prüfstein für erfahrene Alpinisten. Ihr Ruf als «Mordwand» hat sich tief in der Geschichte des Bergsteigens eingeprägt.

Hier findest du weitere «11 interessante Fakten über die Eiger Nordwand».

10. Annapurna I (Nepal)

  • Höhe: 8091 Meter
  • Todesfälle: Über 60
Blick auf die Annapurna

Die Annapurna I gehört zu den Achttausendern mit der höchsten Todesrate. Lawinen, steile Flanken und instabile Wetterlagen machen sie besonders gefährlich. Seit ihrer Erstbesteigung 1950 forderte sie über 60 Menschenleben. Trotz der Risiken gilt die Route als eine der schönsten im Himalaya. Nur wenige erreichen den Gipfel.

11. Kangchendzönga (Nepal/Indien)

  • Höhe: 8586 m
  • Todesfälle: rund 50
Der Kangchendzönga - mit rund 50 Toten Bergsteigern einer der gefährlichsten und tödlichsten Berge der Welt.

Der dritthöchste Berg der Erde wird selten bestiegen. Viele verzichten auf die letzten Meter, da der Gipfel in der lokalen Kultur als heilig gilt. Der Anstieg ist lang, abgelegen und technisch anspruchsvoll. Wetterumschwünge, Lawinen und fehlende Rettungsmöglichkeiten machen ihn zu einer ernsten Herausforderung, selbst für erfahrene Alpinisten.

Hinweis zur Datenlage

Nicht alle Unfälle sind weltweit systematisch erfasst. Todeszahlen können sich mit neuen Besteigungen verändern und sind je nach Region unterschiedlich dokumentiert. Grundlage dieser Übersicht sind die aktuellsten verfügbaren, seriösen Quellen.

Diese Zusammenstellung der tödlichsten Berge der Welt erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit, zeigt aber deutlich, wo Alpinismus besonders viele Menschenleben gefordert hat.


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16 Kommentare zu „Die 11 tödlichsten Berge der Welt

    1. Danke für den Input. In die Liste habe ich Berge aufgenommen, deren Besteigung eine gewisse bergsteigerische Erfahrung und Ausrüstung voraussetzt – nicht «einfache» Wanderberge, auf denen ebenfalls viele Unfälle passieren.

      Alpine Grüsse
      Patrick

  1. Hallo Patrick,

    besten Dank für den interessanten Artikel. Eine Anmerkung/Frage: Ich habe schon mehrfach gelesen, dass der Watzmann – insbesondere über seine berühmt-berüchtigte Ostwand – schon mehr als 100 Menschenleben gefordert hat. Darum wundert mich, dass dieser Berg nicht in der Liste genannt wird?

    Viele Grüße
    Markus

    1. Hallo Markus

      Danke für den Input. An den Watzmann habe ich schlicht nicht gedacht beim Erstellen der Liste. Ich werde sie baldmöglichst aktualisieren.

      Alpine Grüsse
      Patrick

  2. Es ist schon sehr schade, dass heute so genannte Bergsteiger sich für 60.000 dollar von Sherpas fast schon auf den Everest rauf und runter tragen lassen. Das hat doch nichts mehr mit Bergsteigen zu tun!
    Wann öffnet der erste McDonald im Basislager? Mann nimmt den Bergen die Würde, wo sind die Messners dieser Zeit?

    1. Hallo Thomas

      Ja, das hat auch für mich nichts mehr mit klassischem Bergsteigen zu tun. Für die Sherpas ist es aber oft die einzige Einnahmequelle. Es gibt sie zum Glück aber schon noch, die Frauen und Männer, die die Berge im Himalaya ohne fremde Hilfe besteigen (können).

  3. sehr interessant, danke für den Beitrag! Ich habe gar nicht gewusst, dass der K2 deutlich anspruchsvoller ist, als der Everest. Im Netz hab ich vorher gesehen, eine Expedition auf den Everest kostet rund 60.000,- Euro (!) bei 5 Teilnehmern! Das ist ja Hammer – wer kann sich denn so etwas überhaupt leisten??
    lg,
    Jenny

    1. Das liegt vor allem daran, dass die Schlüsselstellen beim K2 viel weiter oben sind als beim Everest. Für Bergsteiger macht das einen grossen Unterschied, weil es bei schwierigen Stellen natürlich darauf ­ankommt, ob man sie mit genügend Kraft und Frische angehen kann oder ob man schon ­erschöpft ist, wenn man sie erreicht. Und ja, Everest-Expeditionen sind teuer – du bekommst dafür in der Regel aber auch einen Komplettservice. Dazu gehört, dass dir die Sherpas die Lager einrichten, Fixseile auf der Route anbringen und meistens kochen sie auch noch für die Expeditionsteilnehmer. Solche Expeditionen werden aber oftmals gesponsert, was die Kosten für die Teilnehmer dann etwas reduziert.

      Alpine Grüsse
      Patrick

      1. Also der Hillary step ist niedriger als die Schlüsselstellen am K2….hmmmmmm. Meines Wissens sind die alpintechnischen Ansprüche im Allgemeinen und vor allem die Ausgesetztheit (siehe Routen meistens entlang der Grate) wesentlich höher am K2.

      2. Hallo

        Ja, der Hillary Step liegt höher als die Schlüsselstellen am K2. Es geht hier allerdings darum, wo die Schlüsselstellen in der Route liegen und nicht auf wieviel Meter über Meer. Und dass der K2 anspruchsvoller/riskanter ist als der Everest, steht ja im Text.😉

    1. Hallo

      Es gibt keine offizielle Statistik über tödlich verunglückte Berggänger am Montblanc. Aus diesem Grund ist er auch nicht auf der Liste.

      Alpine Grüsse
      Patrick

    1. Schicksal? Wer sich ohne Not solch extremen Risiken aussetzt spielt Russisches Roulette. Beim K2 („Auf 100 erfolgreiche Bergsteiger kommen 29 Tote“) spielt man es mit einem sechsschüssischen Revolver mit zwei Kugeln in der Trommel.

      1. Hallo Hans

        Es gibt viele Gründe, weshalb es in den Bergen zu tödlichen Unfällen kommt. Nicht alle müssen auf das Eingehen zu hoher Risiken zurückzuführen sein. Eine Lawine kann sich am K2 genauso schnell und unerwartet lösen, wie auf einer leichten Hochtour in den Schweizer Bergen. Wer allerdings unerfahren einen K2 in Angriff nimmt, spielt in der Tat mit seinem Leben.

        Alpine Grüsse
        Patrick

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