Zuletzt aktualisiert am 03. Juni 2026 |
Für Bergbauern in der Schweiz ist der Alpsommer eine arbeitsintensive Zeit. Ein Unfall, eine Krankheit oder ein Unwetter stellen die Bauernfamilien vor schier unlösbare Probleme. Daher sucht Caritas Schweiz jedes Jahr rund 1000 Freiwillige, die für mindestens eine Woche bei Bergbauernfamilien in Not anpacken. Für die Saison 2026 haben sich bereits über 100 Bergbauernfamilien gemeldet und um Unterstützung gebeten. Gleichzeitig fehlen für die kommende Saison noch mehrere hundert Freiwillige.
Jeden Sommer brauchen viele Bergbauernfamilien Hilfe, um die Arbeiten dieser intensiven Saison bewältigen zu können. Kommen ein Unfall, eine Schwangerschaft oder notwendige Bau- und Renovationsarbeiten hinzu, bringt das die Bergbäuerinnen und -bauern rasch an den Rand ihrer Kräfte. Die helfenden Hände von Freiwilligen bieten die nötige Entlastung, um die Situation zu meistern.
«Wir suchen Menschen, die den Einblick in eine neue Welt schätzen, die Verbindung zur Natur suchen und die Existenz der Bergbauern sichern wollen.»
– Caritas Schweiz
Auch die geografischen Gegebenheiten der Region stellen die Bauernfamilien im Alpsommer vor besondere Herausforderungen. Die Landparzellen sind eher klein, nicht miteinander verbunden und sie liegen in steilem Gelände. Die Bewirtschaftung fordert viel Handarbeit.
Wertvolle Erfahrung fürs Leben
«Der Bergeinsatz war sehr sinnvoll, um einen Einblick in ein anderes Leben in der Schweiz zu bekommen», beschreibt eine der Freiwilligen ihren Einsatz. «Ich konnte viel helfen und bin aus meiner Komfortzone herausgetreten. Es war nicht immer einfach und gemütlich, aber ich habe eine wertvolle Lebenserfahrung mehr!»

Die Arbeit wird von den meisten Freiwilligen als streng empfunden, aber trotzdem geschätzt. Heuen, Misten, im Haus helfen, Kinder betreuen und Tiere versorgen gehören zum Aufgabenspektrum. Je nach Betrieb helfen die Freiwilligen auch beim Reparieren von Zäunen, bei Arbeiten auf der Alp oder bei Bau- und Renovationsprojekten.
Es ist ein Kontrastprogramm zum eigenen Alltag, ein Digital Detox auf der Alp, das den Freiwilligen die Chance gibt, eine neue Welt kennenzulernen. Viele Freiwillige berichten, dass sie aus dem Einsatz wertvolle Impulse für ihren Alltag mitnehmen und den Abstand zum gewohnten Arbeits- und Lebensrhythmus schätzen.
Gleichzeitig bringen die Freiwilligen die Welt zu den Bergbäuerinnen und -bauern, die oft abgelegen wohnen. Die Einsätze fördern damit auch den Austausch zwischen Stadt- und Landbevölkerung und schaffen Verständnis für die Herausforderungen der Berglandwirtschaft. Es sind so bereits viele lebenslange Freundschaften entstanden.

Voraussetzungen für einen Einsatz
Gesucht werden Menschen, die zwischen 18 und 70 Jahre alt, motiviert und mental sowie körperlich fit sind und die Sprache der Bergbauernfamilie sprechen – das ist in der Regel Deutsch, Französisch oder Italienisch. Du solltest gut in einem kleinen Team zusammenarbeiten können, tolerant sein und Teamkollegen unterstützen, auch wenn die Arbeitstage zeitweise ermüdend sind. Belohnt wirst du dafür mit einer sinnstiftenden Tätigkeit und einem ausserordentlichen Erlebnis im Einklang mit der Natur. Ein Einsatz dauert jeweils mindestens eine Woche.
10 Dinge, die du für deinen Bergeinsatz einpacken musst
Mit der Bergeinsatz-Packliste hast du alles dabei, was du für die Arbeit auf einem Bergbauernhof brauchst.
- Gutes Schuhwerk, Wander- oder Bergschuhe (keine Turnschuhe!)
- Gummistiefel für Stallarbeiten und Hausschuhe für warme Füsse
- Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor
- Sonnenbrille und Kopfbedeckung
- Kleider zum Wechseln
- Warme Kleidung, auch im Hochsommer
- Arbeitshandschuhe, die sitzen
- Regenmantel, Regenhut und Regenschutzhosen
- Wasserdichte Stiefel
- Tagesrucksack für Wechselkleidung, Arbeitsutensilien und Zwischenverpflegung
Interessiert? Hier kannst du dich melden!
Auf bergeinsatz.ch kannst du alle Bergbauernbetriebe, die Freiwillige suchen, kennenlernen und dich direkt für einen Einsatz anmelden. Weitere Infos findest du auf der Älpler-Seite zalp.ch und Alpofon, der Hotline von Älplerinnen für Älpler. Und bereits seit über 30 Jahren vermittelt auch Bergversetzer freiwillige Helferinnen und Helfer an Menschen in den Bergen, die bei Projekten Unterstützung benötigen.
2026: UNO-Jahr der Bäuerinnen und Landwirtinnen
Die Berglandwirtschaft ist stark auf familiäre Mitarbeit angewiesen. Dabei nehmen Frauen seit jeher eine tragende Rolle ein. Viele Bergbäuerinnen tragen gleichzeitig Verantwortung für Familie, Tiere und Betrieb und sind dabei nicht nur fachlich versiert, sondern auch mental und körperlich gefordert. Dennoch bleibt ihr Beitrag häufig im Hintergrund: In der Schweiz werden lediglich rund acht Prozent der Landwirtschaftsbetriebe offiziell von Frauen geführt. Das UNO-Jahr der Bäuerinnen und Landwirtinnen 2026 rückt deshalb die Leistungen von Frauen in der Landwirtschaft ins Zentrum. Mit dem klaren Ziel, ihre zentrale Bedeutung weltweit sichtbar zu machen und stärker anzuerkennen.


Ich bin interessiert im Sommer 2024 einige Wochen meiner Arbeitszeit einer Familie auf einer Alp zu schenken. Bevorzugt eine Alp in der deutsch CH. Herzlichen Dank
Paul Ryser
Seidenparkweg 13
8712 Stäfa
Hallo Paul
Am besten schreibts du dafür die entsrechenen Organisationen an, die im Blogbeitrag erwähnt werden.
Alpine Grüsse
Patrick