Rund ein Drittel der Fläche der Schweiz besteht aus Bergen. Diese Berge sind für unser Land nicht nur in historischer und geopolitischer Hinsicht wichtig, sondern auch für den Tourismus, der sich grösstenteils in den alpinen Regionen abspielt. Doch wer oder was macht die Bergwelt der Schweiz so besonders?

In diesem Blog-Beitrag erfährst du, welches die höchsten Gipfel der Schweiz sind, welche Tiere in unserer Bergwelt leben, was dort wächst und wer sich für den Erhalt der Alpenlandschaft einsetzt.

Die 10 höchsten Berge der Schweiz

Zur Schweiz gehören hohe Berge. 48 davon sind 4000er, 1161 sind über 3000 Meter hoch und von den 2000ern haben wir 2131 Stück. Die höchsten Berge der Schweiz stehen vor allem in Westen des Landes. Und das ist die Top-Ten unserer Gipfel.

  • Berg Dufourspitze
  • Berg Dom
  • Berg Liskamm
  • Berg Weisshorn
  • Matterhorn
  • Berg Dent Blanche
  • Berg Grand Combin
  • Berg Finsteraarhorn
  • Berg Zinalrothorn
  • Berg Alphubel

Der fünfthöchste Berg der Schweiz, das Matterhorn, gehört übrigens wegen seiner Todesstatistik zu den 10 gefährlichsten Bergen der Welt. Ebenso der Eiger, bzw. dessen Nordwand. Mit 3970 Metern gehört sie allerdings nicht zu den höchsten Bergen des Landes.

Hier findest du 11 interessante Fakten über die Eiger-Nordwand

Ein Refugium für Wildtiere

Von Huftieren über Reptilien bis hin zu Grossraubtieren – das Alpenmassiv ist Lebensraum vieler Tierarten. Wolf, Luchs und Bär waren Teil der einheimischen Fauna, bevor sie ausgerottet wurden. Heute sind sie dabei, in die Schweiz zurückzukehren. 

Gämse

Eine Gämse steht auf einem Berghang mit Schnee

Die Gämse ist zweifellos das bekannteste Säugetier der Berge. Die eleganten und wendigen Kletterer bewegen sich leichtfüssig im felsigen Gelände. Gemäss Schätzungen leben gut 90’000 Gämsen in der Schweiz.

So klingt das charakteristische zischende Pfeifen einer Gämse.

Steinbock

Ein Steinbock steht an einem Berghang

Der Steinbock wurde früher wegen seiner angeblichen medizinischen Tugenden intensiv gejagt und im 19. Jahrhundert ganz ausgerottet. Ab 1906 haben Wilderer dann unter Lebensgefahr Steinbockkitze aus dem italienischen Gran Paradiso in die Schweiz geschmuggelt. Aufgezogen und gezüchtet wurden die Tiere anschliessend im Wildpark Peter und Paul in St.Gallen. Heute leben wieder rund 15’000 Steinböcke in der Schweiz.

Murmeltier

Ein Murmeltier in einer Berglandschaft

Murmeltiere leben in unterirdischen Erdbauten. An die Oberfläche kommen sie vor allem für die Suche nach Futter. Im Sommer sieht man Murmeltiere ziemlich oft. Noch häufiger sind sie jedoch zu hören: Wenn Gefahr droht, pfeifen sie unüberhörbar, um ihre Artgenossen zu warnen, mit denen sie in Kolonien von bis zu 15 Mitgliedern leben.

Hier kannst du dir das Pfeifen des Murmeltiers anhören.

Luchs

Ein Luchs steht in einem verschneiten Wald

Der Luchs ist die grösste Wildkatze Europas. Als Jäger von kleinen Paarhufern wie Rehen und Gämsen nimmt der Luchs eine wichtige Rolle in unserem Ökosystem ein. Heute sind rund 300 Tiere in unseren Wäldern heimisch. Auch wenn sich in der Schweiz ein stabiler Bestand etablieren konnte, gilt der Luchs in Mitteleuropa nach wie vor als bedroht.

Das Fauchen eines Luchses ist ein eindeutiger Drohlaut.

Alpensalamander

Ein Alpensalamander liegt auf einem Stein
Bild: Wikipedia

Der Alpensalamander ist die einzige lebendgebärende Amphibie Europas. Er ist schwarz gefärbt und kommt bis zu einer Höhe von 3000 m vor. Die Tragezeit kann bei Tieren, die auf über 1400 m leben, bis zu drei Jahre betragen. Der Alpensalamander lebt bevorzugt an feuchten Orten wie Gebirgswäldern, feuchten Alpweiden, Zwergstrauchheiden und Schutthalden. Er wird bis zu 16 cm lang und ernährt sich hauptsächlich von tierischer Beute wie Käfern, Spinnen und Larven.

Wolf

Ein Wolf steht im Wald

Seit der Wolf vor rund 25 Jahren in die Schweiz zurückgekehrt ist, wächst sein Bestand stetig. Die Tiere wandern aus Italien und Frankreich ein, wo sich die Wolfspopulationen wieder ausbreiten. 2012 bildete sich ein erstes Rudel. Inzwischen gibt es acht Rudel. Die Schweiz betreibt keine aktive Förderung des Wolfes. Da er aber von selbst eingewandert ist, muss sich die Schweiz mit seiner Rückkehr auseinandersetzen. Dafür wurde 2016 das Konzept Wolf Schweiz ausgearbeitet.

Braunbär

Ein Bär steht in einem Wald

Nach mehr als hundertjähriger Abwesenheit sind in den letzten Jahren mehrere Braunbären in die Schweiz eingewandert. Seit 2005 wandern sie in regelmässigen Abständen aus dem nahegelegenen italienischen Nationalpark Adamello Brenta (Trentino) in die Schweiz ein. Im Gegensatz zu Italien und Österreich gibt es in der Schweiz kein Bärenansiedlungsprojekt. Der Bär wandert auf natürliche Art und Weise von selbst in die Schweiz ein.

Die Könige der Lüfte

Der Vogel, den vermutlich die meisten von euch in den Bergen schon zu Gesicht bekommen haben, ist die Alpendohle. Sie hat eine Flügelspannweite von 70-85 cm und ist rund 35-40 cm lang. Zu erkennen ist sie leicht an ihrem schwarzen Gefieder, dem gelben Schnabel und den orange-roten Beinen. Am wohlsten fühlt sie sich oberhalb der Baumgrenze zwischen 1500 bis 3000 Meter.

Eine Alpendohle sitzt auf einem Stein in den Bergen. Im Hintergrund Bergpanorama.
Alpendohlen leben zwischen 1500 und 3000 Meter Höhe.

Nicht ganz so häufig sieht man in den Schweizer Bergen Steinadler, Bartgeier, Tannenhäher und Birkhühner.

  • Steinadler im Flug
  • Bartgeier im Flug

Es summt … (immer weniger)

Die Schweizer Alpen sind auch Lebensraum vieler Insekten. Dazu gehören Wildbienen, Käfer oder Schmetterlinge. Doch leider werden es immer weniger. Ihre Situation sei besorgniserregend, heisst es im ersten umfassenden Zustandsbericht «Insektenvielfalt in der Schweiz», der im September dieses Jahres veröffentlicht wurde. Analysiert wurden dafür die verfügbaren Daten der Roten Listen, von Monitoringprogrammen und Studien. Demnach gingen Vielfalt und Grösse der Insektenbestände vor allem im Mittelland stark zurück, mittlerweile aber auch im Jura und in den Alpen.

Es gibt aber auch Insekten, die bislang vor allem in niedrigen und mittleren Höhenlagen lebten, wegen der Klimaerwärmung zunehmend aber auch in den Alpen gesichtet werden. Dazu gehört zum Beispiel der Weissdolch-Bläuling.

Ein Schmetterling (Weissdolch-Bläuling) sitzt in einer Wiese auf einem Blumenstängel.
Der Weissdolch-Bläuling wird zunehmend in den Alpen gesichtet. (Bild: Wikipedia)

Die geschätzt 40’000 – 60’000 Insektenarten in der Schweiz sind entscheidend für ein funktionierends Ökosystem. Von den Insekten auf den Roten Listen existieren von 1153 Arten Daten zur Entwicklung der Bestände. Davon sind fast 60 Prozent gefährdet oder potenziell gefährdet. Ein 12-Punkte-Programm soll nun helfen, den Insektenbestand in der Schweiz langfristig zu erhalten.

Die Flora der Berge

600 Blütenpflanzenarten kommen einzig in den Alpen vor oder haben hier ihren Verbreitungsschwerpunkt. Die vermutlich bekannteste Pflanze der Berge ist das Edelweiss. Es gilt, neben dem Matterhorn, als klassisches Symbol für die Schweiz.

Edelweiss

Das Edelweiss mit seinen weissfilzigen Blütenblättern gilt als Alpenblume schlechthin. Seinen Ursprung hat es allerdings im Himalaja und in Sibirien. Erst in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde die zuvor von Zürcher Botanikern als «Wollblume» bezeichnete Pflanze allgemein als Edelweiss bekannt und erlangte in der Schweiz Kultstatus. Obwohl das Edelweiss sehr zart wirkt, sind alle Pflanzenorgane an extreme Wetterbedingungen angepasst: von den windresistenten Stängeln bis hin zu den filzigen Hochblättern, welche die Verdunstung hemmen und vor UV-Strahlung schützen.

Königin der Alpen

Neben dem symbolträchtigen Edelweiss gehört auch die Arve (D/A: Zirbe oder Zirbelkiefer) zur Schweizer Alpenflora. Auch wenn sie unscheinbar erscheint, ist sie die Königin der Alpen. Insbesondere, weil sie sich hervorragend dem rauhen Klima im Gebirge angepasst hat.

Arvenwald in den Schweizer Bergen
Typischer Arvenwald der Nordalpen auf der Rautialp oberhalb Näfels (GL). Foto: Sabine Brodbeck (WSL)

Das Hauptverbreitungsgebiet der Arve liegt im subalpin-kontinentalen Alpenraum in einer Höhe von 1300 bis 2500 m. Sie erträgt Temperaturen von -40 bis +40 °C. Bis eine Arve sich vermehrt, dauert es lange: Sie trägt erstmals nach ungefähr 60 Jahren Blüten. Eine symbiotische Beziehung besteht zum Tannenhäher, der Jahr für Jahr ihre Samen verbreitet.

Ohne den Tannenhäher würde sich die Arve kaum verbreiten können, denn sie hat ziemlich ungünstige Voraussetzungen für die Ausbreitung ihrer Samen. Diese haben im Vergleich zu den meisten anderen Nadelbaumsamen keine Flügel, sind schwerer und die Zapfen öffnen sich nicht von selber. Der Tannenhäher hackt mit seinem Schnabel die Zapfen auf, um an die Arvensamen zu gelangen. Von diesen ernährt er sich fast ausschliesslich, und zieht sogar seine Jungen damit auf. Um die Samen das ganze Jahr verfügbar zu haben, versteckt er sie im Boden. Mit diesem Verhalten trägt er zur Ausbreitung der Baumart bei, auch in höher gelegene oder weit vom Mutterbaum entfernte Standorte.

Eine Arve trägt erstmals nach ungefähr 60 Jahren Blüten.

Und last, but not least gehört auch sie zu den bekanntesten Pflanzen in den Schweizer Bergen: Die Alpenrose, die eigentlich gar keine Rose ist, sondern ein Rhododendron, der von Juni bis August blüht. Seinen Namen «Rhododendron ferrugineum» hat er wegen der rostigen Flecken auf der Unterseite seiner Blätter erhalten. Es ist die Art, die man hierzulande am häufigsten zu sehen bekommt. Die seltenere Bewimperte Alpenrose («Rhododendron hirsutum») ist struppig und wächst in höheren Lagen, häufig zwischen Kalksteinfelsen und in Wäldern. Sie blüht von Mai bis Juli.

Alpenrosen vor einem Bergpanorama
Alpenrosen dürfen in den Schweizer Bergen gepflückt werden, sind aber giftig.

Im Gegensatz zu den Edelweiss dürfen Alpenrosen in der Schweiz auf Bergwiesen gepflückt werden, da sie genügend zahlreich und robust genug sind. Die Blüten und Blätter sowie die Samenhülsen sind allerdings ziemlich giftig.

Und wer schützt die Berge?

Um den Erhalt der Schweizer Bergwelt kümmern sich verschiedene Organisationen. Neben dem SAC und verschiedenen Natur- und Alpenschutzorganisationen wie Mountain Wilderness oder CIPRA Schweiz, tut dies auch das 1987 gegründete Bergwaldprojekt. Beim Bergwaldprojekt leisten Freiwillige regelmässig Arbeitseinsätze für den Erhalt des Bergwaldes. Für das Projekt werden übrigens immer wieder Helferinnen und Helfer gesucht.

Freiwillig für einen starken Bergwald

Der Wald tut viel für uns: er schützt uns, nährt uns und stärkt uns. Ein Leben ohne ihn wäre für den Menschen undenkbar. Doch mit dem Klima muss sich auch der Wald verändern, damit er weiterhin seine Leistungen für den Menschen erbringen kann. Bisher Bewährtes muss sich wandeln, sich den neuen Bedingungen anpassen. Das 1987 … Freiwillig für einen starken Bergwald weiterlesen

Der internationale Tag der Berge

Am 11. Dezember wird weltweit der Internationale Tag der Berge (International Mountain Day, IMD) begangen. Die Generalversammlung der Vereinten Nationen will mit dem IMD die internationale Gemeinschaft ermutigen, an diesem Tag Veranstaltungen auf allen Ebenen zu organisieren, um die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf die besondere Bedeutung der Berggebiete für das Leben auf der Erde und ihre nachhaltige Entwicklung zu lenken.

Quellen: EDA Präsenz Schweiz – PRS, houseofswitzerland.org, waldwissen.net, naturschutz.ch, wsl.ch, Schweizer Alpen-Club SAC, schweisshundeführer.ch (Audio)


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