Zuletzt aktualisiert am 08. Januar 2026 |
Als höchster Berg der Schweiz und zweithöchster Gipfel Westeuropas steht die Dufourspitze majestätisch im Monte-Rosa-Massiv. Sie zieht Abenteurer, Wanderer und Bergsteiger aus der ganzen Welt an. In diesem Bergwelt-Blogbeitrag erfährst du alles über dieses beeindruckende Naturwunder sowie die Herausforderungen, die auf dem Weg zum Gipfel warten.
Die Dufourspitze erhebt sich stolze 4634 Meter über dem Meeresspiegel und thront im Kanton Wallis an der Grenze zwischen der Schweiz und Italien. Während ein grosser Teil des Berges auf der italienischen Seite liegt, befindet sich der Gipfel vollständig in der Schweiz. Als Teil des Monte-Rosa-Massivs ist die Dufourspitze eine der bekanntesten Erhebungen der Alpen. Auf der italienischen Seite findet sich ausserdem die Margheritahütte (4554 m), die als höchstgelegene Hütte im Alpenraum bekannt ist und viele Bergsteiger anzieht.

Umbenennung auf Beschluss des Bundesrats
Früher nannte man die Dufourspitze «Gornerhorn», «Schwärzehorn» oder schlicht und ergreifend «Höchste Spitze». Im Jahr 1863 beschloss der Bundesrat jedoch eine Umbenennung. Der Berg erhielt den Namen Dufourspitze, um den Schweizer General und Kartografen Guillaume Henri Dufour zu ehren. Dufour war Herausgeber der ersten exakten Landkarte der Schweiz, die als «Dufourkarte» weltweite Anerkennung fand. Ausserdem gehörte er zu den Mitbegründern des Roten Kreuzes, was ihn zu einer der prägendsten Persönlichkeiten der Schweizer Geschichte macht.

Die Geschichte der Dufourspitze begann am 1. August 1855 mit ihrer Erstbesteigung. Eine von Charles Hudson geleitete Seilschaft erreichte damals den Gipfel. Zu den Teilnehmern gehörten die Briten John Birkbeck, Edward J.W. Stephenson sowie die Gebrüder Christopher und James G. Smyth. Unterstützt wurden sie von den einheimischen Bergführern Ulrich Lauener, Johannes Zumtaugwald und Matthäus Zumtaugwald. Hudson war später auch einer der Erstbesteiger des Matterhorns, wo er 1865 tragisch verunglückte.
Hochtour: Anspruchsvolle Route zur Dufourspitze
Die klassische Hochtour vom Talort Zermatt führt über die Monte-Rosa-Hütte. Sie ist ein idealer Ausgangspunkt und bietet Bergsteigern die Möglichkeit, sich vor der anspruchsvollen Besteigung zu akklimatisieren. Der Aufstieg gilt als deutlich schwieriger als die Normalroute auf den Mont Blanc. Besonders der ausgesetzte Gipfelgrat verlangt viel Geschick und Erfahrung.
Mit einer Aufstiegszeit von 6 bis 8 Stunden und 1750 zu bewältigenden Höhenmetern fordert die Tour eine ausgezeichnete Kondition. Der Schwierigkeitsgrad wird mit ZS- (ziemlich schwierig) angegeben, und ab dem UIAA-Grad III ist Klettererfahrung gefragt. Doch die atemberaubende Aussicht vom höchsten Punkt der Schweiz belohnt jede Anstrengung.

Rekorde an der Dufourspitze
Am 13. Juni 2013 schaffte der Schweizer Extremalpinist Stephan Siegrist einen Europarekord an der Dufourspitze. Allerdings nicht mit einem schnellen Aufstieg, wie man bei ihm vermuten könnte, und auch nicht mit dem Erreichen des Gipfels. Nein, er balancierte damals etwas unterhalb des Gipfels auf 4620 m über eine Slackline – und hat so die höchstgelegene Highline Europas begangen.
Am 1. Juli 2020 gelingt dem Dynafit-Athleten Andreas «Andy» Steindl eine Speed-Begehung in Rekordzeit: Nach unglaublichen 08:10:41 Stunden steht der Zermatter Bergführer auf dem Gipfel der Dufourspitze. Gestartet ist Steindl aber nicht etwa in Zermatt oder bei der Monte-Rosa-Hütte, sondern 4441 Höhenmeter weiter unten im fast 100 Kilometer entfernten Brissago im Tessin, dem tiefsten Punkt der Schweiz auf 193 Meter.

