Zuletzt aktualisiert am 14. April 2025 |
Beim Wandern einen Blindgänger entdecken – das klingt nach einem seltenen Extremfall. Doch tatsächlich häufen sich solche Funde in der Schweiz, besonders in den Bergen. Was ist zu tun, wenn du auf ein verdächtiges Objekt stösst?
Immer wieder werden in der Schweizer Bergwelt Munitionsteile oder Blindgänger gefunden – teils in Flussbetten, auf Wiesen oder direkt am Wegesrand. Im Jahr 2024 wurden 273 Blindgänger entschärft – ein Anstieg von über 25 % gegenüber dem langjährigen Durchschnitt. Die meisten Meldungen gehen auf Hinweise von Wanderern zurück. Besonders betroffen sind Regionen in den Kantonen Bern, Graubünden und Wallis.

Gefährlicher Fund: So reagierst du richtig
Wenn du beim Wandern auf einen verdächtigen Gegenstand triffst, gilt: Ruhe bewahren und keinesfalls anfassen. Auch unscheinbar wirkende Objekte können explosiv sein. Der richtige Ablauf:
- Nicht berühren, nicht verschieben.
- Fundstelle markieren. Mit einem Stock, Stein oder per Foto mit Standortdaten.
- Sofort melden. Polizei (117), internationaler Notruf (112) oder via App «Blindgängermeldung» der Armee.
- Andere warnen. Informiere Wanderer in der Nähe und halte Abstand.
- Keine Veröffentlichung. Teile den Fund nicht auf Social Media, bevor die Behörden reagiert haben.

Neue Gefahrenquellen: Magnetfischen und Outdoor-Boom
Ein zunehmendes Risiko stellt das Magnetfischen dar – ein Hobby, bei dem mit starken Magneten Gegenstände aus Gewässern gezogen werden. Dabei werden immer wieder auch Munitionsteile geborgen. Die Armee warnt: Solche Funde dürfen keinesfalls bewegt oder mitgenommen werden.
Auch die wachsende Beliebtheit von Outdoor-Aktivitäten trägt dazu bei, dass häufiger Munitionsreste entdeckt werden. Wer abseits der markierten Wege unterwegs ist, sollte besonders aufmerksam bleiben.
Melden per App – und vielleicht mit Belohnung
Die Armee bietet mit der Blindgänger-App eine einfache Möglichkeit, verdächtige Objekte zu melden. Standortdaten und Fotos können direkt übermittelt werden. So können gefährliche Funde rasch beseitigt werden – oft noch am selben Tag.
Für bestätigte Blindgängermeldungen wird in vielen Fällen eine Prämie von bis zu 100 Franken ausbezahlt. Die Höhe richtet sich nach dem Gefahrenpotenzial und der Qualität der Meldung. Allein im Jahr 2024 wurden fast 5000 Franken an Meldende ausbezahlt.
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Hier ist besondere Vorsicht geboten
Die meisten Funde stammen aus Regionen, in denen militärische Übungen durchgeführt wurden oder werden. Aktuell besonders betroffen:
- Kanton Bern
- Kanton Graubünden
- Kanton Wallis
In diesen Gebieten lohnt es sich, beim Wandern besonders aufmerksam zu sein – insbesondere in der Nähe von Flächen, die nicht offiziell als Wanderwege ausgeschildert sind.

