Zuletzt aktualisiert am 30. April 2026 |

Die beste Jahreszeit für diese Wanderung von Walenstadt entlang dem Walensee ist Frühjahr oder Herbst. Meine Partnerin und ich machen diese Wanderung jeweils zum Start in die Wandersaison.

Der Ausgangspunkt liegt bei der Schiffsstation Walenstadt (430 m). Von hier führt der Weg durch den Lindenwald stetig bergauf Richtung Walenstadtberg und weiter nach Engen (833 m). Der Anstieg zieht sich, bleibt aber gleichmässig und gut gehbar. Oben in Engen ist der grösste Höhengewinn geschafft.

Walenstadt

Wenig später erreichst du Garadur (829 m). Der Ort war früher ein einfaches Berggasthaus, in dem Wanderer mit selbstgemachten Kuchen und kleinen Speisen bewirtet wurden. Heute wird der Hof wieder landwirtschaftlich genutzt. Die Umgebung bleibt ruhig und abgelegen, eingebettet zwischen Wald und Wiesen mit grossartigem Blick auf die Berge.

Abstieg zur «Riviera der Ostschweiz»

Hinter Garadur beginnt der Abstieg nach Josenhab (425 m). Der Weg ist stellenweise steil und kann bei Nässe rutschig sein. Mit jedem Höhenmeter verändert sich die Landschaft spürbar. Unten angekommen öffnet sich der Blick, und der Walensee tritt erstmals in den Vordergrund.

Der Weg wird nun deutlich flacher und führt über Gand, Schilt und Au weiter nach Quinten (430 m). Hier zeigt sich, warum die Region als «Riviera der Ostschweiz» bezeichnet wird. Die Vegetation wirkt milder, der See liegt ruhig vor dir, und es riecht herrlich nach Pinien. In Quinten ist das Klima so mediterran, dass im Sommer sogar Feigen wachsen, entlang des Weges werden immer wieder Früchte oder selbstgemachte Konfitüren angeboten.

Pause in Quinten

Quinten eignet sich gut für eine längere Pause. Direkt am See gibt es mehrere Möglichkeiten zur Einkehr. Wer sich ein paar Minuten Zeit nimmt, geht von der Anlegestelle ein Stück ins Dorf hinein. Dort betreibt Frau Bärlocher einen kleinen Laden mit hausgemachten Produkten wie Konfitüren, Schnäpsen, Käse oder Trockenfleisch.

Frau Bärlochers Haus mit Garten

Zwei Wege zur Auwahl

Frisch gestärkt und eingedeckt mit Bärlocher-Produkten folgt nach Quinten der zweite längere Anstieg sieser Tour. Gleich hinter dem Dorf steigt der Weg steil an Richtung Dicken. Wer es gemütlicher mag, nimmt den unteren, etwas weniger steilen Weg über Steinlaui. Beide Wege sind gut markiert und führen später bei Punkt 708 wieder zusammen. Ab dort geht es durch den Seerenwald weiter zu den Häusern von Seeren.

Schlussteil nach Weesen

Nun beginnt der Schlussteil der Wanderung. Dieser führt zuerst zur Siedlung Betlis (531 m) mit der Rinquelle und den Seerenbachfällen. Schon von weitem sind die gigantischen Wasserfälle sichtbar, die in drei Stufen über die senkrechte Felswand donnern. Den besten Blick auf alle drei Stufen des Wasserfalles hat man von der Kapelle in Betlis. Die mittlere der drei Kaskaden zählt mit einer Höhe von 305 Metern zu den höchsten freifallenden Wasserfällen der Welt.

Die gigantischen Seerenbachfälle

Der letzte Abschnitt führt über Stralegg an den Zielort Weesen (428 m). Die Strecke bleibt landschaftlich reizvoll, verläuft aber grösstenteils auf Asphalt. Deshalb steigen wir meist bereits in Stralegg aufs Schiff nach Weesen.

  • EInkehr/Unterkunft: diverse Möglichkeiten in Walenstadt, Quinten, Betlis, Weesen
  • Gehzeit: 6 bis 7 h
  • Schwierigkeit: T2
  • Auf/Abstieg: 1159 m / 1158 m
  • Karte: Swisstopo 1:50’000, Blatt 237T
  • Beste Jahreszeit: April bis Okt

Der geamte Weg ist grösstenteils gut bis sehr gut ausgebaut, exponierte oder felsige Stellen sind selten. Dennoch empfiehlt sich auch auf dieser leichten Wanderung gutes Schuhwerk.

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