Zuletzt aktualisiert am 01. Oktober 2024 |

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Die Umrundung der Schijenflue ist eine wunderschöne Tour im Kanton Graubünden, auf der du einen interessanten geologischen Querschnitt durch das Rätikon mit seinen markanten gegensätzlichen Bergen aus hellem Kalkstein und dunklem, kristallinen Silvrettagestein erhältst. Wir haben diese grenzüberschreitende Tour kürzlich gemacht.

Damit wir vor der rund viereinhalb Stunden langen Wanderung nicht erst zweieinhalb Stunden mit Zug, Postauto und Alpin Bus fahren mussten, sind wir bereits am Vorabend von St.Gallen zum Ausgangspunkt unserer Wanderung gereist, das Bergsteigerdorf St. Antönien im Prättigau. Übernachtet haben wir dort im Berghaus Sulzfluh in St. Antönien Partnun.

Das 1875 als Pension erbaute Berghaus ist ein Augenschmaus für Nostalgiker: Die Gaststube im Haupthaus wird mit Holz beheizt und mit Petroleumlampen erhellt. In den Zimmern gibt es weder ein WC noch Strom, dafür stehen Kerzen auf dem Nachttisch. Für Gäste, die etwas mehr Komfort wünschen, gibt es unterdessen aber auch ein paar Zimmer mit Strom, WC und Dusche. Letztere sollte allerdings zurückhaltend genutzt werden, um Energie für das Heizen des Wassers zu sparen.

Baden – romantisch bei Sonnenuntergang oder einfach so zur Entspannung – kann man im Berghaus Sulzfluh hingegen täglich, und zwar im Hotpot vor dem Haus. Zudem gibt’s auch eine kleine Sauna.

Das Berggasthaus Sulzfluh in St. Antönien / Partnun
Das Berghaus Sulzfluh in St. Antönien Partnun

Wer, so wie wir, in einem dieser einfachen Nostalgiezimmer übernachtet, sollte neben einer Stirnlampe unbedingt auch Ohrstöpsel dabei haben, denn das Haus ist sehr hellhörig. Die Holzböden knarzen ziemlich laut und die Wände sind dünn – so dünn, dass ich sogar ein klingelndes Handy im Nebenzimmer hören konnte.

Nach einem sehr frühen Frühstück (das wird nur von 07:00 Uhr bis 08:30 Uhr serviert) machten wir uns auf, die Schijenflue zu umrunden.  

Der Weiler Partnun im Prättigau
Los gehts im kleinen Weiler Partnun

Blühende Wiesen und imposante Wände

Die sehr gut markierte Rundtour (Routen-Nr. 702) beginnt gleich unterhalb des Berghauses auf 1763 m. An Alpweiden vorbei aufsteigend, erreichen wir nach etwa einer halben Stunde bereits den smaragdgrünen Partnunsee, in dem kurz vor 10 Uhr schon die ersten Leute ein Bad genommen haben. Wer nur aufs Wasser will, kann sich ein Ruderboot mieten. Und es gibt auch ein paar Grillstellen am See.

Alpenblumen auf der Rundtour um die Schijenflue
Alpenblumen, wohin das Auge reicht
Blick auf den Partnunsee
Der Partnunsee

Eingerahmt von den imposanten Kalksteinwänden der Sulzfluh und Schijenflue führt der Weg nun links am See vorbei und in mässigem Anstieg durch eine imposante Karrenlandschaft und durch blühende Wiesen hinauf zum Tilisunafürggli (2220 m), der «grünen Grenze» nach Österreich, die wir nach rund anderthalb Stunden erreicht haben.

Der Bergwanderweg im Aufstieg zum Tilisunafürggli
Alpenblumen auf einer Wiese, im Hintergrund die Schjenflue
Eine Karsthöle auf dem Weg zum Tilisunafürggli im Prättigau
Karstlandschaft im Prättigau im Kanton Graubünden
Das Tilisunafürggli, die Grenze zwischen der Schweiz und Österreich
Die Grenze zu Österreich am Tilisunafürggli

Lauchknödel und Schnitzeltoast in der Hütte

Hier verwandelt sich die Landschaft nun in ein hügeliges, grasbewachsenes Hochtal mit viel Weitsicht. Nach dem Grenzübertritt gönnten wir uns in der Tilisunahütte (ÖAV) ein ausgiebiges Mittagessen. Celina wählte Lauchknödel auf Randen mit «Suura Käs» aus dem Montafon und ich genehmigte mir einen herzhaften Schnitzel-Toast mit Salat. Beide Portionen waren ziemlich üppig, weshalb danach leider kein Kaiserschmarrn mehr Platz in unseren Bäuchen hatte …

Die Tilisunahütte des ÖAV
Die Tilisunahütte

Nach der Tilisunahütte (2211 m) bleiben wir noch etwas in Österreich und wandern im sanften Auf und Ab an kleineren Seen und vereinzelten alten Zollwachthütten vorbei über den Gruobapass (2231 m) hinauf zum höchsten Punkt der Tour, dem Plasseggapass auf 2354 m ü. M., wo wir wieder in die Schweiz zurückkehren.

Ein altes Zollhäuschen auf der Tour rund um die Schijenflue
Die alte Zollhütte am Gruobapass

Dieser letzte Abschnitt der Wanderung ist eine kontrastreiche Augenweide. Nicht nur, dass die Wiesen voller Alpenrosen waren (ich glaube, ich habe noch nie so viele Alpenrosen auf einmal gesehen), die dunklen Bergzüge aus kristallinem Silvrettagestein auf der einen Talseite bilden einen starken und faszinierenden Kontrast zum gegenüberliegenden, hellen Kalksteinmassiv.

Das alte Zollhaus vor dem Plasseggapass
Zollhütte auf dem Plasseggapass
Ein Steinmännchen auf dem Plasseggapass
Auf dem Plasseggapass

Steiler Abstieg zum Schluss

Der Ausblick hier ist weit und der Weg führt eine Zeit lang sanft bergab über saftige Alpweiden Richtung Plasseggahütte. Kurze Zeit später kommen wir dann ins Gebiet «Weberlisch Höli», wo der Weg auf einer kurzen Passage ziemlich steil und wegen des feinen Gesteins auch etwas rutschig ist. Unten angekommen wird der Weg wieder einfacher und führt entlang des Tällibachs zurück nach Partnun.

Abstieg auf der Wanderung rund um die Schijenflue
Blick zurück auf den Abstieg vom Plasseggapass

Um zurück nach St. Antönien zu kommen, haben wir uns im Berghaus Alpenrösli ein Trottinett gemietet und sind damit bis nach St. Antönien Platz gefahren. Das Trottinett stellt man am Ziel einfach in einen Ständer, der sich direkt neben der Postautohaltestelle befindet. Praktischer geht’s nicht.

  • Anreise mit ÖV Juli bis Ende Okt.: mit der RhB bis Küblis, weiter mit dem Postauto nach St. Antönien Sagaris. Von hier aus gibt es zwischen Ende Juni und Mitte August einen Anschluss mit dem Bus Alpin bis zu den Bergäusern Sulzfluh und Alpenrösli. Plätze im Bus Alpin müssen vorgängig bei der Gemeinde Luzein reserviert werden. Weitere Infos zur Anreise (auch mit dem Auto) findest du hier.
  • Einkehr/Unterkunft: diverse Restaurants/Hotels in St. Antönien, Berghaus Sulzfluh und Berghaus Alpenrösli in St. Antönien Partnun, Berggasthaus Tilisuna (Österreich)
  • Länge: 12,29 km
  • Gehzeit: rund 4,5 Stunden
  • Schwierigkeit: T 2/3
  • Auf/Abstieg: 848 m / 848 m
  • Beste Jahreszeit: Jun – Okt

Varianten: Wer die Tour abkürzen möchte, kann bereits beim Gruobapass wieder auf die Schweizer Seite zurückkehren und dann auf dem Aufstiegsweg zurück zum Ausgangspunkt nach Partnun wandern. Und wer gerne in etwas wärmerem Wasser im Partnunsee baden möchte, macht die Tour einfach in umgekehrter Richtung. Dann besteht die Möglichkeit, dass sich der See etwas aufgeheizt hat, bis man bei ihm ankommt.

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Fazit

Die Rundtour rund um die Schijenflue ist ein echtes Highlight für Bergwanderer. Die Tour besticht vor allem durch ihre Vielfalt, die beeindruckenden geologischen Kontraste und die traumhaft schönen Aussichten. Besonders gefallen hat mir, dass die Gegend kaum verbaut ist und man mehrheitlich durch eine fast unberührte, raue Landschaft wandern kann. Nur auf der österreichischen Seite sind ein paar Skiliftmasten zu sehen, die aber nicht sonderlich stören. Und nicht zu vergessen: die unglaubliche Blütenpracht! 😍 Wir werden die Tour mit Sicherheit wieder einmal machen!

Dieser Beitrag ist im Rahmen einer bezahlten Kooperation mit Graubünden Ferien entstanden. Der Inhalt und meine Meinung wurden dadurch nicht beeinflusst.

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