Zuletzt aktualisiert am 29. November 2025 |
Die Begegnung mit Wildtieren während einer Wanderung kann eine faszinierende Erfahrung sein, insbesondere wenn es um majestätische Tiere wie Wölfe geht. Wölfe sind grundsätzlich scheue und zurückhaltende Tiere, die normalerweise Menschen meiden. Kommt es dennoch einmal zu einer Begegnung mit einem Wolf, solltest du einige Verhaltensregeln beachten.
1995 kehrte der Wolf in die Schweiz zurück. Seit dieser Zeit hat die Wolfspopulation stark zugenommen. Heute leben hier gemäss der Gruppe Wolf Schweiz rund 30 bis 34 Rudel, 12 davon sind grenzüberschreitend auch in den Nachbarländern Italien und Frankreich unterwegs. Insgesamt sind es aktuell etwa 250 bis 300 Wölfe, die durch unser Land streifen. Sie leben vor allem in den Kantonen Graubünden, St.Gallen, Tessin, Wallis, Waadt und Glarus.

Uns Menschen betrachtet der Wolf nicht als Beute – im Gegensatz zu Kühen oder Schafen. Deshalb ist eine Begegnung mit einem Wolf für Menschen grundsätzlich auch nicht gefährlich. Dass es dennoch zu heiklen Situationen kommen kann, lässt sich aber nicht ganz ausschliessen, denn der Wolf ist und bleibt ein Wild- bzw. Raubtier.

Bei einer Begegnung mit einem Wolf gilt:
- Ruhig stehen bleiben und versuchen, die Situation zu erfassen. Bemerkt dich der Wolf, zieht er sich in aller Regel zurück oder flieht.
- Wenn du mit einem Hund unterwegs bist, nimm ihn an die Leine.
- Wenn der Wolf nicht umgehend flieht, mach mit bestimmter Stimme oder durch Klatschen auf dich aufmerksam – aber nicht hektisch.
- Zieh dich langsam zurück, der Wolf wird dich beobachten oder flüchtet direkt.
- Versuche niemals dich dem Wolf zu nähern oder ihn zu verfolgen, auch nicht für Fotos.
- Wölfe dürfen unter keinen Umständen gefüttert werden!
Diese Verhaltensregeln gelten sowohl bei Begegnungen mit einem Rudel als auch bei Einzeltieren.
Konflikte mit Herdenschutzhunden vermeiden
Herdenschutzhunde schützen seit Jahrtausenden vor allem in Europa und Asien Nutztiere. In der Schweiz sind diese Hunde erst wieder seit der Rückkehr des Wolfes im Einsatz. Im Unterschied zu Hüte- und anderen Nutzhunden arbeiten die Herdenschutzhunde weitestgehend eigenständig – ohne Menschen, dafür im Verbund mit anderen Hunden.

Im Rahmen des nationalen Herdenschutzprogramms arbeiten aktuell rund 300 Herdenschutzhunde auf rund 100 Schweizer Alpen respektive davor und danach auch auf Frühlings-, Herbst- und Heimweiden (Tendenz steigend). Die meisten Hunde sind bei Schaf- oder Ziegenherden im Einsatz, einzelne Hunde auch bei Rinderherden. Gebiete, in denen Herdenschutzhunde im Einsatz sind, werden in den Regel mit Hinweistafeln versehen.

Auch gegenüber den Herdenschutzhunden gelten einige Verhaltensregeln. Grundsätzlich gilt:
- Tafeln mit Verhaltenstipps ernst nehmen
- Tempo verlangsamen
- Tiere nicht aufscheuchen
- Hunde nicht überraschen, sondern durch lautes Reden auf sich aufmerksam machen
- Wenn du mit dem Bike unterwegs bist: absteigen
Wenn Herdenschutzhunde bellen, auf dich zurennen und den Weg versperren:
- Ruhig stehen bleiben und den Hunden Zeit lassen, die Situation einzuschätzen (Hunde nicht direkt anschauen, nicht berühren, nicht direkt ansprechen)
- Distanz zur Herde halten
- Hunde nicht provozieren: keine erhobenen Stöcke, nicht herumfuchteln, nicht anschreien
- Hunde wenn nötig mit schräg und ruhig gegen unten ausgestrecktem Stock auf Abstand halten
- Sobald der Hund die Anwesenheit akzeptiert hat und nicht mehr bellt, kann der Weg langsam fortgesetzt werden.
Wenn sich die Herdenschutzhunde nicht beruhigen:
- Rückwärtsgehen und sich auf eine grössere Distanz zur Herde zurückziehen
- Augenkontakt vermeiden
- Herde weiträumig umgehen oder umkehren
Wenn du trotz eindeutiger Warnsignale der Herdenschutzhunde den Durchgang durch die Herde erzwingst, kannst du im schlimmsten Fall gebissen werden! Auch wird dringend davon abgeraten, mit einem eigenen Hund durch eine geschützte Herde zu wandern. Fremde Hunde – als direkte Verwandte des Wolfes – lösen bei Herdenschutzhunden ein verstärktes Abwehrverhalten aus. Bei einem unverhofftem Zusammentreffen mit Herdenschutzhunden solltest du deinen Hund an die Leine nehmen und die Herde weiträumig umgehen.
Wo du in der Schweiz überall auf Herdenschutzhunde treffen kannst, siehst du in der Übersichtskarte.


Danke für die Hinweise.
Gern geschehen!