Zuletzt aktualisiert am 25. April 2025 |
Klettersteige? Haben mich lange nicht gereizt. Ich fand die Vorstellung seltsam, Leitern in die Wand zu schrauben, wo man doch auch einfach klettern könnte. Aber dann kam die Einladung von Salewa – und mit ihr mein erstes Mal am Eisenweg: der Klettersteig Pinut oberhalb von Flims. Und was soll ich sagen? Ich war positiv überrascht. So sehr sogar, dass ich am liebsten gleich nochmals losziehen würde.
Der Pinut gilt als der älteste noch bestehende Klettersteig der Schweiz – erste Erwähnung: 1739! In der heutigen Form wurde er 1907 gebaut und 2007 umfassend saniert. Seither führt er als luftiger, aber top abgesicherter Steig über drei markante Felsstufen. Und das Beste: Er ist nicht nur geschichtsträchtig, sondern auch landschaftlich ein echtes Highlight.

Einstieg in Fidaz – und los geht’s
Der Einstieg liegt in Fidaz, erreichbar zu Fuss, mit dem Arena-Shuttle ab Flims oder (mit etwas Glück) per Auto – Parkplätze sind rar. Vom Dorf dauert’s rund 30 Minuten bis zur ersten Leiter.

Dann geht’s los: 700 Höhenmeter, verteilt auf luftige Leitern, Tritte und Geländeterrassen, die mit kurzen Waldpassagen durchsetzt sind. Schwierigkeit laut SAC-Skala: K3 bis K4 – offiziell also «ziemlich schwierig». Aber dank guter Sicherung, ohne ausgesetzte Querungen oder Überhänge, durchaus auch für sportliche Einsteiger machbar.
Höhle, Tunnel und Aussicht
Mein Highlight: Gleich zu Beginn führt der Steig durch eine kleine Höhle und später durch einen Felstunnel – irgendwie mystisch.

Im oberen Teil wird’s weniger spektakulär, dafür eröffnet sich Schritt für Schritt das Panorama über Flims und die umliegende Bergwelt.


Pause bei Tegia Pinut
Nach gut zwei Stunden erreicht man den höchsten Punkt auf 2054 m. Wer mag, gönnt sich bei der nahen Tegia Pinut, einem kleinen Alpenkiosk, ein kühles Getränk oder einen Snack.


Für den Abstieg stehen gleich mehrere Varianten zur Auswahl:
- zurück nach Fidaz (ca. 2 Stunden),
- über den Höhenweg zur Bushaltestelle Bargis (ca. 1 Stunde),
- oder – wer noch mehr Höhenmeter will – rauf zum Cassonsgrat (2637 m).

Diese Route lohnt sich vor allem im Spätsommer, wenn die Sicht am klarsten ist. Seit der Eröffnung der neuen Gondelbahn von Flims nach Cassons (2023) kann man auch bequem wieder ins Tal schweben – top Kombi!
Sicherheit geht vor

Der Pinut ist zwar gut machbar, aber unterschätzt ihn nicht. Klettersteigset, Helm und Handschuhe sind Pflicht. Und: Bei Nässe ist der Steig nicht zu empfehlen, da die Felsstufen dann rutschig werden können. Von November bis Juni bleibt der Steig übrigens offiziell geschlossen.
Mein Fazit
Ich bin zwar noch kein angefressener Ferratisti – aber definitiv auf den Geschmack gekommen. Und der nächste Steig wird dann wohl eine Nummer knackiger. Tipps gerne in die Kommentare!

