Der Säntis – unser Hausberg

Was bin ich froh, sind meine Eltern vor über 40 Jahren nach St.Gallen umgezogen. Obschon ich als Jugendlicher immer von hier weg wollte, und es ein paar Mal auch tatsächlich tat, bin ich heute glücklich hier zu leben. Kein Wunder, bergtechnisch liegt die Ostschweiz nämlich mehr als optimal. Graubünden, Toggenburg, Alpstein und Vorarlberg – alles liegt praktisch vor der Haustüre.

Apropos Haustüre: Da vor dieser ja auch bereits die nächste Wandersaison steht, stelle ich euch hier zwei Routen auf unseren Hausberg vor. Der 2501 Meter hohe Säntis im Alpstein.

Kurz und intensiv (T3)

Die kürzeste und wahrscheinlich auch bekannteste Route beginnt auf der Schwägalp (1352). Der Weg ist zu Beginn bereits relativ steil und am Ende der Route braucht es die Hände zum Vorwärtskommen.

Vom Berghotel Schwägalp führt der gut markierte Weg über Nettenfeld und Wisen durch die Musfallen (Vorsicht Steinschlag!) hinauf zum Bergrestaurant Tierwis. Wer bereits oder schon wieder Hunger hat, dem empfehle ich irgendwas mit Ei zu bestellen. Die dazugehörigen Hühner leben nämlich da oben. Und die 2085 Meter scheinen ihnen gut zu bekommen: Die Viecher sind riesig!

Mit oder ohne zusätzlichem Eiweiss geht es von der Tierwis nordöstlich weiter Richtung Grauchopf (2105). In seiner Südostflanke geht es den rot-weissen Markierungen entlang durch die Blöcke, Trichter und Spalten des grössten Karrenfelds des Alpsteins. Anschliessend auf steilem Zickzackweg hinauf zum Girensattel (2236) und zur Himmelsleiter. Auf dieser künstlichen Felstreppe kann es an schönen Wochenenden schon mal ordentlich Stau geben, obschon die Sicherungen und Tritte erst kürzlich saniert und ausgebaut wurden. Aber hetzten ist dort oben ohnehin keine gute Idee…

Oben an der Himmelsleiter angekommen, gelangt man über einen Stollen hoch zum Säntis-Gipfel (2501), in verschiedene Restaurants und natürlich zur Bergbahn. Absteigen kann man entweder über dieselbe oder die folgenden Route.

Aussichtsreich und lang (T2 – 3)

Die zweite Route beginnt am Bahnhof Wasserauen (868) und sollte nur von trittsicheren und schwindelfreien Berggängern gemacht werden. Vom Bahnhof Wasserauen führt der sehr gut markierte Weg zuerst durch einen schönen Wald über den Chatzensteig und Hüttentobel nach Chli-Hütten (1200). Danach geht es weiter über den Schrennenweg mit traumhaftem Blick auf den Seealpsee, an der Schirmhütte und Stockegg vorbei, zum Berggasthaus Meglisalp (1517), dessen hervorragende Küche unbedingt probiert werden sollte!

In unmittelbarer Nähe des Restaurants befinden sich übrigens diverse gut abgesicherte Kletterrouten. Die Hauptschwierigkeiten bewegen sich im Bereich 3a bis 4b mit Einzelstellen bis 5c. Alle schwierigen Stellen sind mit Bohrhaken ausgerüstet, der Rest lässt sich mit Su-Schlingen gut absichern. Klemmkeile und Friends werden nicht benötigt. Die Einstiege sind von der Meglisalp aus in ca. 15 bis 30 Minuten erreichbar.

LisengratDer Weg wird nun etwas anspruchsvoller, er ist aber nach wie vor gut markiert. Den Wegweisern und -markierungen folgend gelangt man über Oberchellen (1665) und Schafmad (1885) steil hinauf zum Rotsteinpass (2120) und dem gleichnamigen Restaurant. Da auf diesem Wegstück noch bis weit in den Frühsommer hinein Schnee liegen kann, empfiehlt es sich, sich im Vorfeld über die Schneebedingungen zu informieren (Meteo Schweiz, SLF, Säntis Bergbahn). Vom Rotsteinpass aus führt das letzte Wegstück dann über den gut abgesicherten, aber teilweise ziemlich ausgesetzten Lisengrat hinauf zum Säntisgipfel.


In meinem Bergwelt-Blog findet man sowohl Wegbeschreibungen und dazugehörige Links als auch Informationen zu Restaurants, Hotels, Hütten sowie zu Tourismus- und Kletterregionen. Solche Angaben können sich natürlich immer mal wieder ändern oder veralten. Damit Nachwanderer und -kletterer immer auf dem aktuellsten Wissensstand sind, bitte ich um eure aktive Mithilfe. Aktualisierungen, Erfahrungen und/oder eigene Wandertipps könnt ihr auf bergwelt.wordpress@bluewin.ch hinterlassen.

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