Zuletzt aktualisiert am 05. November 2025 |

Nach über 50 Jahren Betrieb wird die Säntis-Schwebebahn durch eine innovative, leistungsstarke Anlage ersetzt, die Technik und Natur in Einklang bringt. Ab Ende 2026 sollen die ersten Gäste mit der neuen Bahn auf den Gipfel fahren. Bereits im Sommer 2025 beginnen die ersten Bauarbeiten, die bei laufendem Betrieb durchgeführt werden. Das Projekt verspricht nicht nur ein verbessertes Fahrerlebnis, sondern auch eine nachhaltigere Integration in die alpine Landschaft. Die Gesamtkosten belaufen sich auf rund 22 Millionen Franken.

Eine der auffälligsten Neuerungen ist der Verzicht auf die erste Stütze. Stattdessen wird die zweite Stütze höher gebaut, um die Seilspannung zu optimieren und die Stabilität der Bahn zu erhöhen. Diese Anpassung bringt mehrere Vorteile: Die Landschaft bleibt weitgehend unberührt, der Lawinenschutz kann reduziert werden, und die alten Fundamente, einschliesslich jener der ersten Bahn von 1935, werden entfernt und renaturiert.

Visualisierung der neuen zweiten Stütze der Säntis-Schwebebahn
Die zweite Stütze mit Aussichtsplattform (Bild: zVg)

Michael Auer, Verwaltungsratspräsident der Säntis-Schwebebahn AG, betont: «Wir sind überzeugt, dass wir mit diesem Projekt eine zukunftsweisende Lösung geschaffen haben – ein Projekt, das uns über Generationen Freude bereiten wird.»

Warum eine neue Bahn?

Die aktuelle Schwebebahn auf den Säntis wurde am 6. April 1974 eingeweiht und seither kontinuierlich modernisiert. Dennoch hätte sie mittelfristig umfangreiche Investitionen erfordert. Ein entscheidender Faktor für den Neubau war eine Lawine im Jahr 2019, die die untere Seilbahnstütze erheblich beschädigte. Die provisorische Instandsetzung stellte sicher, dass die Sicherheitsanforderungen erfüllt wurden, doch das Bundesamt für Verkehr erteilte nur eine begrenzte Betriebsbewilligung bis Ende 2025.

«Mit der neuen Bahn können wir auch die Attraktivität des Säntis weiter steigern.»

Michael Wehrli, Leiter Technik und Infrastruktur, erklärt: «Wir haben in den letzten Jahren intensiv an der Planung gearbeitet, um eine optimale Lösung zu finden. Mit der neuen Bahn können wir nicht nur die Sicherheit erhöhen, sondern auch die Attraktivität des Säntis weiter steigern.»

Mehr Komfort und Sicherheit

Die Gäste dürfen sich auf modernste Kabinen freuen. Grossflächige Panoramafenster bieten eine atemberaubende Sicht auf die Bergwelt. Trotz einer etwas grösseren Kabine bleibt die Kapazität bei 85 Personen, was zu mehr Komfort für die einzelnen Fahrgäste führt.

Visualisierung der neuen Gondeln der Säntis-Schwebebahn
Die neuen Panoramakabinen (Bild: zVg)

In puncto Sicherheit setzt die neue Säntis-Schwebebahn neue Massstäbe. Das redundante Antriebssystem sorgt für maximale Verfügbarkeit. Fällt ein Antrieb aus, kann die Bahn mit reduzierter Nutzlast weiterbetrieben werden. Zwei Notstromaggregate stellen sicher, dass auch bei einem Stromausfall eine sichere Rückführung in die Stationen gewährleistet ist.

Visualisierung des neuen Maschinenraums der Säntis-Schwebebahn
Der Maschinenraum der neuen Bahn (Bild: zVg)

Technische Innovationen und optimierte Betriebsabläufe

Die Kommunikation zwischen Tal- und Bergstation erfolgt über Lichtwellenleiter, die in die Tragseile integriert sind. Die neue Bahn wird so konzipiert, dass sie auch unbegleitet betrieben werden kann. Dies ermöglicht flexiblere Betriebszeiten und reduziert die Personalkosten, ohne dabei die Sicherheit zu beeinträchtigen. Zudem können Wartungsarbeiten effizienter geplant werden, da kein ständiges Bedienpersonal erforderlich ist. Dadurch ergeben sich flexiblere Betriebszeiten.

Visualiserung der neuen Säntis-Schwebebahn
Die neue Bahn kann auch unbegleitet betrieben werden (Bild: zVg)

Ein weiterer Vorteil der neuen Technik ist die Möglichkeit, die Kabinen in der Talstation zu parken. Dies reduziert witterungsbedingte Ausfälle und erhöht die Verfügbarkeit der Bahn.

Bahnunterbruch im Sommer 2026

Die Bauarbeiten starten im Frühjahr 2025 mit Felsarbeiten, Verankerungen und ersten Fundamentarbeiten an der Zwischenstütze, ohne den regulären Bahnbetrieb zu beeinträchtigen. Erst im Sommer 2026 wird der Betrieb für einige Monate unterbrochen, um die Hauptbauarbeiten durchzuführen. Ziel ist es, die neue Bahn im Spätherbst 2026 in Betrieb zu nehmen. Die feierliche Eröffnung ist für das Frühjahr 2027 geplant.

«Es ist uns wichtig, dass möglichst alle Mitarbeiter ihre Arbeitsplätze behalten können.»

Während der Bauphase werden alternative Angebote auf der Schwägalp geschaffen, um weiterhin Besucher anzuziehen. Dies ist auch eine Massnahme zur Sicherung der Arbeitsplätze der rund 220 Mitarbeiter.

Geschäftsführer Jakob Gülünay betont: «Es ist uns wichtig, dass möglichst alle Mitarbeiter ihre Arbeitsplätze behalten können. Wir sind überzeugt, dass wir für alle eine gute Lösung finden, um das Jahr 2027 mit der ganzen Säntis-Familie starten zu können.»

Ein Projekt für die Zukunft

Mit der neuen Schwebebahn setzt die Säntis-Schwebebahn AG auf moderne Technologie, grössere Stabilität und höheren Komfort. Dieses zukunftsweisende Projekt stärkt nicht nur den Tourismus in der Region, sondern sichert auch langfristig Arbeitsplätze und die wirtschaftliche Bedeutung des Säntis als Ausflugsziel. Die Bahn wird nicht nur sicherer und komfortabler, sondern auch besser in die alpine Landschaft integriert.

«Die Säntis-Schwebebahn ist eine Institution und ein wichtiger Bestandteil der Region. Mit diesem Projekt stellen wir sicher, dass sie es auch in Zukunft bleibt.», fasst Verwaltungsratspräsident Michael Auer zusammen.


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