Zuletzt aktualisiert am 11. Juni 2026 |

Die Tour zum Lai Tigiel im Val Surses beginnt steil, dafür wird man auf dem höchsten Punkt mit einem atemberaubenden Panorama belohnt.

Ausgangspunkt der rund 9,5 km langen Tour ist das Maiensäss Pensa östlich von Tinizong und Savognin. Den kleinen Ort erreicht man von Ende Juni bis Mitte Oktober jeweils dienstags und freitags mit dem Bike- und Wanderbus, für den man sich vorgängig anmelden muss. Die Haltestelle des Busses befindet sich in Savognin direkt neben dem Kassengebäude der Bergbahnen.

An unserem Wandertag Anfang September liess bereits der mystische Anblick von Pensa in der Spätsommer-Morgensonne erahnen, dass das ein toller Tag werden wird.

Der erste Kilometer der Wanderung führt mehrheitlich durch Wald und vorbei an den kleinen Maiensässen Castelas und Eras digl Bartg.

Weiter geht es immer steiler entlang des Bachs Ragn da Tigiel. Nicht nur wegen des Anstiegs, sondern auch wegen der Aussicht auf die umliegende Bergwelt lohnt es sich, ab und zu eine kleine Verschnauf- und Trinkpause einzulegen.

Nach der Baumgrenze auf etwa 2000 m wird der Weg dann nochmal etwas steiler. Doch man gewinnt schnell an Höhe – und mit jedem Schritt öffnet sich die Landschaft ein Stück mehr.

Nachdem wir an den letzten beiden Hütten der Alp Tigiel auf etwa 2300 m entlanggelaufen sind, erhebt sich vor uns das imposante 3173 Meter hohe Tinzenhorn (Corn da Tinizong), an dessen Fuss sich unser Ziel befindet: der Lai Tigiel auf 2462 m ü. M.

Und nun mussten wir nur noch eine letzte kleine Anhöhe meistern – dann öffnete sich vor uns ein Panorama, das kaum zu übertreffen ist: der Lai Tigiel liegt still und smaragdgrün unterhalb des Tinzenhorns, eingefasst von steilen Felsflanken und dem Orgelpass.

Wir hätten stundenlang dort verweilen können an diesem sonnigen und milden Spätsommertag. Nicht zuletzt, weil wir das Glück hatten, den See und die wunderbare Aussicht völlig alleine geniessen zu können. Nur der Wind war zu hören – und in etwas Entfernung ein paar Kuhglocken.

Abstieg nach Plang la Curvanera

Der Weg führt nun weiter am westlichen Seeufer entlang Richtung Plang la Curvanera, dem Zielort unserer Wanderung. Auch auf diesem Wegstück ist die Aussicht grossartig – so sieht man zum Beispiel bis zum Piz d’Err und zum Piz Calderas mit dem Calderas-Gletscher.

Bis zu Punkt 2370 geht der rot-weiss markierte Weg sanft bergab, danach wird er wieder etwas steiler.

Eine Möglichkeit zur Einkehr – übrigens die einzige auf dieser Wanderung – gibt es in Anitas Alpstübli auf Plang Begls auf 2031 m. Geöffnet hat das Alpstübli jeweils vom 20. Juni bis am 30. September.

Die letzten rund zwei Kilometer bis nach Plang la Curvanera führen durch Wald und vorbei an blühende Büschen und Sträuchern über ein kleines Fahrsträsschen.

Nach gut viereinhalb Stunden standen wir am Ziel. Der Bus fuhr pünktlich zurück ins Tal – und wir sassen drin, gedanklich aber noch oben: beim See, beim Wind, beim Blick zurück zum Tinzenhorn.

Details zur Tour

  • Anreise: mit der Bahn, dem Postauto oder dem Auto nach Savognin, von dort mit dem Wanderbus nach Pensa.
  • Einkehr/Unterkunft: Savognin, Anitas Alpstübli
  • Länge: 9,46 km
  • Gehzeit: rund 4,5 Stunden
  • Schwierigkeit: T3
  • Auf/Abstieg: 863 m / 677 m
  • Beste Jahreszeit: Ende Juni – Mitte Okt
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Fazit

Die Tour von Pensa über den Lai Tigiel nach Plang la Curvanera ist eine abwechslungsreiche Bergwanderung mit forderndem Aufstieg, viel landschaftlicher Schönheit und einem landschaftlich eindrücklich gelegenen Bergsee, der Ruhe und Weite vereint. Die Tour hat alles, was eine Bergwanderung unvergesslich macht: Stille, Weite und eindrückliche Momente, die bleiben.


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