Auf den Amdener Hausberg (T2)

Hoch über dem Walensee auf 935 m liegt in einer windgeschützten Mulde der Ferienort Amden. Federspitz (1865 m), Mattstock (1936 m) und Leistchamm (2101 m) halten ringsum die kalte Bise ab; nur nach Süden, zum See, öffnet sich die natürliche Arena. Diese spezielle Lage sorgt jedes Jahr für viele Sonnenstunden in Amden.

Um auf den Mattstock zu gelangen gibt es eine gemütliche und eine normale Variante. Wir haben uns für die gemütliche Variante entschieden und sind von Amden mit der Sesselbahn bis zum Bergrestaurant Walau gefahren und haben von dort den Aufstieg in Angriff genommen.

Zuerst führt uns der Weg ca. 15 Minuten durch ein Wäldchen, bevor er auf der Alpweide der Alp Walau im Zickzack Richtung Gipfel ansteigt. Auf dem gesamten Weg gibt es immer wieder Gelegenheit, das traumhafte, wenn an diesem Tag auch etwas dunstige Panorama der Glarner Alpen und den Blick auf Amden und den Walensee zu geniessen. Je näher wir dem Gipfel auf dem gut markierten Weg kommen, desto häufiger werden zwischen 1700 und 1900 m auch die imposanten Lawinenverbauungen. Der Mattstock ist im Winter der gefürchtetste Berg Amdens. 1844 wurde das Dorf von einem furchtbaren Lawinenunglück heimgesucht. Seit dieser Zeit sind immer wieder Lawinen Richtung Dorf gedonnert. Erst die Lawinenverbauungen vermochten die Situation zu entschärfen.

Nach einigen weiteren Kehren durch Lawinenverbauungen wird es auf den letzten paar Metern vor dem Gipfel etwas steiler und man braucht die Hände zum Vorwärtskommen. Die heikelste Stelle ist mit einem Drahtseil gesichert. Auf dem Gipfel auf 1936 m angekommen sehen wir weit ins Toggenburg und auf die Gipfel von Speer, Goggeien und Säntis. Bei ganz gutem Wetter reicht der Blick sogar bis zum Bodensee.

Der Abstieg erfolgt auf dem gleichen Weg wie der Aufstieg. Bei der Bergstation der Sesselbahn Mattstock haben wir uns ein Trottinett gemietet und sind damit nach Amden gefahren.

  • Karte: 1:50’000 Wanderkarte Walenstadt (237 T)
  • Wanderzeit: Aufstieg ohne Sessellift 3 Stunden, mit Sessellift 2 Stunden. Abstieg 2 Stunden, ca. 1,25 Stunden mit Trottinettabfahrt.
  • Einkehr/Unterkunft: Amden, Bergrestaurant Walau

Lawinenniedergänge in Amden

1844 löste sich hier eine mächtige Staublawine, welche Gebäudeschäden anrichtete. Nach einer längeren Ruheperiode ging am 8. Dezember 1922 eine Staublawine nieder, welche bis Hölzli vordrang, 500 m oberhalb des Dorfes, und zehn Kühe in einem exponierten Stall verschüttete. Die eigentliche Katastrophe erfolgte 1945. Vom 5. bis 9. März fiel ununterbrochen Schnee. Schon am 6. März erfolgte als Vorbote ein Lawinenniedergang am westlichen Gipfel. Am 8. März löste sich eine mächtige Schneebrettlawine vom Gipfel einige hundert Meter ostwärts, wurde durch Zilegg in zwei Arme getrennt und drang vor bis zirka 150 bis 200 m weit oberhalb der Dorstrasse. Zwei Menschenleben waren zu beklagen, und weiter wurden zerstört 150 m3 Holz, zwei Alphütten in Walau und neun Ställe mit achtzehn Stück Großvieh. 1953/54 war in unserem Gebiet ein besonders schwerer Lawinenwinter, mit Schäden an Orten, wo man seit Menschengedenken nichts von Lawinen wusste. Es herrschte ein ununterbrochener Schneesturm bei tiefer Temperatur vom 9. bis 12. Januar 1954. Dadurch bildeten sich riesig hohe Schneeansammlungen, die sich in Bewegung setzten und alle Hindernisse durchströmten, um verheerende Staublawinen zu werden. Am 11. Januar, 11.40 Uhr, löste sich eine Staublawine aus dem Verbauungsgebiet, welche bis zur Gemeinderatskanzlei vordrang. Eine Sägerei und ein Stall wurden vollständig zerstört, vier Wohnhäuser, zwei Ställe und zwei Masten des Skiliftes stark beschädigt und zwei Menschen verschüttet, die glücklicherweise noch lebend geborgen werden konnten.

Auszug aus „Die Lawinenbremshöcker von Amden“, H. Braschler, dipi. Ing., St.Gallen

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