Ein Bergdorf, ein Handwerksbetrieb, ein Hof auf 1500 Metern. Oft entscheiden wenige tausend Franken darüber, ob es weitergeht. Im September 2025 hat die Schweizer Berghilfe 28 solcher Projekte unterstützt. Insgesamt wurden knapp 1,5 Millionen Franken gesprochen. Die Hilfe ging in neun Kantone und stärkt Betriebe aus Landwirtschaft, Gewerbe sowie Wald und Holz.
Wer in den Bergen lebt oder unterwegs ist, kennt diese Orte: ein Sägewerk am Waldrand, eine Werkstatt mit knarrendem Holzboden, ein Gasthaus auf der Alp. Für viele dieser Klein- und Kleinstbetriebe ist die Berghilfe nicht nur eine Finanzierungsquelle. Sie ist oft der einzige Grund, weshalb investiert werden kann.
Geld, das Wirkung entfaltet
Im September flossen 1’231’000 Franken in landwirtschaftliche Projekte. Das Gewerbe erhielt 190’000 Franken, 60’000 Franken gingen in den Bereich Wald und Holz. Besonders stark profitierten Bern, Graubünden und St.Gallen. Auch Luzern, Jura, Neuenburg, Uri, Waadt und das Tessin waren vertreten.
Entscheidend ist allerdings nicht primär die Höhe der Beträge, sondern ihre Wirkung. Die Berghilfe hilft nämlich gezielt dort, wo Projekte sonst nicht realisiert würden. Die geförderten Betriebe sind tief in ihrer Region verankert und schaffen Arbeitsplätze, wo Alternativen fehlen.
Landwirtschaft mit Zukunft
Die meisten Gesuche stammen aus der Landwirtschaft. Das ist wenig überraschend. Viele Bergbauernhöfe wirtschaften unter erschwerten Bedingungen. Wer in Hanglage produziert, wer Tiere hält, Silos erneuert oder Stallbauten modernisiert, braucht manchmal mehr als nur Durchhaltewillen.

Ein Beispiel: Ein Hof investiert in Solarpanels auf dem Dach. Damit senkt er langfristig die Energiekosten und produziert nachhaltiger. Die Berghilfe unterstützt solche Projekte, wenn die Finanzierungslücke zu gross ist und der Betrieb auf eine Lösung angewiesen ist.

Kleingewerbe mit grosser Wirkung
Auch im Gewerbe sind es oft kleine Vorhaben mit grossem Einfluss. Eine Schreinerei, die ihre Maschine ersetzt. Eine Schuhmacherei, die einen neuen Arbeitsplatz schafft. Eine Sägerei, die in die Sicherheit ihrer Anlage investiert. Solche Betriebe halten Dörfer lebendig, wirtschaftlich wie sozial.


Die Berghilfe unterstützt Investitionen, die Arbeitsplätze sichern, Know-how erhalten und Perspektiven schaffen. Was sie fördert, wurde zuvor sorgfältig beurteilt. Immer anhand klarer Kriterien und mit Blick auf langfristigen Nutzen.
Tourismusbetriebe als Rückgrat vieler Täler
In vielen Regionen sind es Gasthäuser, Pensionen und Bergrestaurants, die Arbeit geben. Doch wer auf über 1200 Metern ein Haus betreibt, steht unter Druck: kurze Saison, hohe Betriebskosten, schwankende Gästefrequenz.

Wenn grössere Investitionen anstehen, etwa Umbauten, neue Küchen, Sanierungen, fehlt oft die nötige Eigenleistung. Hier greift die Berghilfe ein und sichert mit überschaubaren Beiträgen langfristig ganze Arbeitsplätze.
Hilfe mit Geschichte
Die Schweizer Berghilfe wurde 1943 gegründet. Damals war Krieg in Europa und die Not in den abgelegenen Regionen der Schweiz gross. Es ging darum, die Versorgung zu sichern und das Leben in den Bergen aufrechtzuerhalten.

Bis heute finanziert sich die Stiftung ausschliesslich durch Spenden. Es gibt keine Subventionen und keine staatliche Unterstützung. Die Mittel fliessen dorthin, wo sie konkret gebraucht werden. Ohne Umwege und ohne unnötige Bürokratie.
Jede Zusage wird vor Ort geprüft
Über die Vergabe entscheidet ein Projektausschuss. Er setzt sich aus ehrenamtlichen Fachleuten und einem Mitglied des Stiftungsrats zusammen. Die Mitglieder treffen sich monatlich. Jedes Gesuch wird vor dem Entscheid von jemandem vor Ort begutachtet. So bleibt die Unterstützung der Berghilfe nah an der Realität der Menschen in den Bergen. Und genau das macht ihren Wert aus.
Möchtest auch du einen Beitrag für die Bergregionen leisten? Dann unterstütze die Schweizer Berghilfe mit einer Spende: berghilfe.ch
Bilder: Schweizer Berghilfe, Yannick Andrea

