Werbung |
Yeti kennt man vor allem als Hersteller von robusten Kühlboxen und Trinkflaschen. Mit dem Skala steigt das US-Unternehmen nun erstmals in den Markt der technischen Wanderrucksäcke ein. Ich habe die 32-Liter-Version auf mehreren Wanderungen getestet.
Als ich angefragt wurde, den Skala von Yeti zu testen, war ich gespannt. Schliesslich ist ein technischer Wanderrucksack etwas ganz anderes als eine Kühlbox oder eine Trinkflasche. Auf mehreren Wanderungen, die alle zwischen vier und sechs Stunden dauerten, musste der Skala 32 deshalb zeigen, ob Yeti der Einstieg in dieses Segment gelungen ist.
Trägt sich auch voll beladen angenehm
Mit rund 1,5 Kilogramm gehört der Skala 32 nicht zu den leichtesten Wanderrucksäcken seiner Klasse. Auf meinen Touren spielte das höhere Eigengewicht allerdings kaum eine Rolle. Meist war der Rucksack gut gefüllt, weil ich neben meiner eigenen Ausrüstung teilweise auch jene meiner Partnerin transportierte. Trotzdem sass der Skala jederzeit ruhig am Rücken und blieb auch in steileren Passagen angenehm stabil.

Das Tragesystem mit dem AlumaLite-Rahmen verteilt die Last gleichmässig auf Schultern und Hüfte. Die Schultergurte und der Hüftgurt sind sehr angenehm gepolstert. Auch nach mehreren Stunden traten weder Druckstellen noch unangenehmes Scheuern auf.
Ebenfalls gefallen hat mir die Rückenbelüftung. Trotz sommerlicher Temperaturen von zeitweise bis zu 35 Grad sorgte das Rückensystem für eine spürbare Luftzirkulation. Schwitzen lässt sich an solch heissen Tagen zwar nicht verhindern, der Rücken blieb aber deutlich besser belüftet als bei einem direkt anliegenden Tragesystem.

Rückenlänge schnell angepasst
Die Rückenlänge lässt sich mit wenigen Handgriffen an die eigene Körpergrösse anpassen. Dazu wird zunächst die Verstellschlaufe herausgezogen und der Klettverschluss gelöst. Anschliessend lässt sich die Schulterpartie stufenlos verschieben. Danach wird der Klettverschluss wieder fest zusammengedrückt und die Verstellschlaufe verstaut.
Nach zwei kleinen Korrekturen hatte ich die passende Einstellung gefunden. Während der gesamten Testphase musste ich sie nicht mehr verändern.
Praktische Ausstattung
Besonders gelungen finde ich beim Skala die Kombination aus Top- und Frontloader. Neben der klassischen Öffnung von oben (mit zwei Reissverschlüssen) lässt sich der Skala auch über einen grossen Frontreissverschluss weit öffnen. Dadurch ist die gesamte Ausrüstung auf einen Blick sichtbar. Gerade unterwegs erwies sich das als grosser Vorteil, weil sich auch Gegenstände am Boden des Rucksacks schnell erreichen lassen.

Auch die Fächeraufteilung ist gelungen. Das grosszügige Deckelfach bietet reichlich Platz für Dinge, die unterwegs schnell griffbereit sein sollen. Im Innern des Rucksacks befindet sich zusätzlich ein Fach für eine 3-Liter-Trinkblase.

Die beiden dehnbaren Seitentaschen nehmen problemlos auch grosse 1,5-Liter-Trinkflaschen auf. Ergänzt werden sie durch zwei grosse, längliche Aussentaschen an der Front, in denen sich beispielsweise eine Regenjacke oder Stöcke verstauen lassen. Zusätzlich gibt es zwei klassische Halterungen für Wanderstöcke.


Ebenfalls gelungen sind die grossen Hüftgurttaschen. Selbst grosse Smartphones finden darin problemlos Platz. Sind die Taschen allerdings voll beladen, stehen sie etwas ab. Bei mir führte das dazu, dass die Reissverschlüsse beim Gehen gelegentlich leicht an den Unterarmen scheuerten.
Grundsätzlich reichen die Taschen des Skala 32 aus, ein zusätzliches Reissverschlussfach unter dem Deckel für Wertsachen wie Schlüssel oder Portemonnaie wäre allerdings noch wünschenswert.
Robuste Verarbeitung
Bereits beim ersten Anfassen hinterliess der Skala 32 bei mir einen hochwertigen Eindruck. Das Guardcore-Nylon fühlt sich ausgesprochen robust an. Dieser Eindruck bestätigte sich auch im Praxiseinsatz. Selbst das wiederholte Ablegen auf Geröll und felsigem Untergrund hinterliess am Material keine sichtbaren Abriebspuren.
Die breiten Gurtbänder, massiven Schnallen und leichtgängigen Reissverschlüsse wirken ebenfalls hochwertig, die Nähte sind sauber verarbeitet.


Der Skala ist wasserabweisend. Laut Yeti sind einzelne Komponenten sogar wasserdicht. Da es während meiner Testtouren keinen einzigen Regentag gab, musste der Kärcher auf der Terrasse den Härtetest übernehmen. Auch nach einem kräftigen, längeren Wasserstrahl blieb der Inhalt mehrheitlich trocken.
Fazit
Mit dem Skala 32 ist Yeti meiner Ansicht nach ein überzeugender Einstieg in den Markt der technischen Wanderrucksäcke gelungen. Besonders gefallen haben mir der hohe Tragekomfort und die hochwertige Verarbeitung. Wirkliche Schwächen leistete sich der Rucksack im Praxiseinsatz keine.
Mit rund 300 Franken gehört der Skala 32 allerdings zu den teureren Modellen seiner Klasse. In dieser Preiskategorie gibt es von etablierten Herstellern mindestens gleichwertige Alternativen. Wer bereit ist, den Preis zu bezahlen, erhält mit dem Skala 32 aber einen hervorragend verarbeiteten und sehr komfortablen Wanderrucksack, der den Vergleich mit den etablierten Herstellern nicht scheuen muss.
Der Skala 32 wurde mir von der PR-Agentur outkomm bzw. Yeti kostenlos zur Verfügung gestellt. Der Inhalt des Testberichts und meine Meinung wurden dadurch nicht beeinflusst.

