Der Aufschrei in den heimischen Online-Kommentarspalten war gross, als diese Woche bekannt wurde, dass die neuen PĂ€chter des bekannten Alpstein-Bergrestaurants Aescher die ebenso bekannte Aescher-Rösti von der Speisekarte gestrichen haben. DafĂŒr sind neu, neben diversen regionalen SpezialitĂ€ten, auch Insekten im Angebot. Ein gefundenes Fressen (haha, Wortspiel) fĂŒr die Dauernörgler:

Diese Diashow benötigt JavaScript.

Und als wĂ€ren die fehlende Helvetische Nationalspeise und die Krabbeltiere nicht schon genug, haben auch die neuen Preise auf der Speisekarte bei einigen Schnappatmung ausgelöst. Zugegeben: 90 Franken fĂŒr ein ApĂ©ro-PlĂ€ttli fĂŒr vier Personen mit Trockenfleisch, Schwartenmagen, KĂ€se und Brot sind auch fĂŒr Schweizer VerhĂ€ltnisse ein eher stolzer Preis. Man sollte aber nicht vergessen, dass a) vieles davon selbst gemacht ist und aus der Region kommt, b) die Lebensmittel teuer mit der Bahn und dem Helikopter ins 1454 m ĂŒ. M. gelegene Berggasthaus transportiert werden mĂŒssen und c) die Infrastruktur im Aescher immer noch nicht den aktuellen BedĂŒrfnissen entspricht. Letzteres war fĂŒr die VorgĂ€nger der neuen Wirte unter anderem ein Grund, den Betrieb aufzugeben. Immerhin: ein Ausbau ist geplant, er scheint sich aber zu verzögern.

Regionale KĂŒche und frische Ideen

Mir persönlich gefĂ€llt die neue Aescher-Speisekarte – auch ohne die Rösti. Die bekommt man in der Schweiz ja sowieso in fast jedem Restaurant. Und die beste Rösti ist eh die selbstgemachte. Und wer kein Fan von Insekten auf dem Teller ist (oder wie ich von ZiegenkĂ€se), der findet immer noch genug, was was satt und glĂŒcklich macht. Da wĂ€ren in der Rubrik wĂ€hrschaft beispielsweise der hausgemachte KĂ€sefladen, das Gulasch, die Appenzeller SiedwĂŒrste, Suppen oder der Wurst-KĂ€se-Salat. Dazu kommen nicht ganz alltĂ€gliche Produkte wie selbstgemachter Höhlenjoghurt, ein Pantlitartar oder eine Buttermilch-Ribel-Bramata. Und natĂŒrlich fehlen auch Kuchen und Glace nicht. 😀

Um mit den (noch) sehr beschrĂ€nkten PlatzverhĂ€ltnissen im Aescher klar zu kommen, wird ein Teil der Speisen ĂŒbrigens unten im Tal vorproduziert. Das spart Platz und Zeit, was man als Wirt im Aescher bei Hochbetrieb bekanntlich nicht hat.

Und warum gibt es nun keine Rösti mehr?

Zum einen wollen die neuen Wirte gemass eigenen Aussagen einen Neubeginn wagen und das soll sich eben auch in der Auswahl der Speisen bemerkbar machen. Zudem anderen geht es um den vorhin erwĂ€hnten fehlenden Platz und die fehlende Zeit. FĂŒr die rund 16 Tonnen Kartoffeln, die pro Saison jeweils verbraucht wurden, wurde 2017 sogar das Massenlager geschlossen und fortan als Kartoffellager genutzt. Zudem braucht eine gute Rösti bei der Zubereitung eine gewisse Zeit, bis sie schön goldig und knusprig ist. Was jetzt auf der Speisekarte steht, kann unten gut vorproduziert und oben schnell finalisiert werden. Das hilft, wenn die Touristen im Sommer wieder in Massen im Aescher einfallen.

Ich werde dem Aescher sicherlich auch wieder mal einen Besuch abstatten und die neue Speisekarte testen. Allerdings ausserhalb der Zeit, in der die Touristenmassen Auslauf haben. 😉

2 Kommentare zu „Keine Rösti mehr im Aescher đŸ˜±

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s