Diese Tageswanderung bietet dir eine atemberaubende Kulisse und führt an allen drei bekannten Alpstein-Bergseen vorbei: dem Seealpsee, dem Fählensee und dem Sämtisersee. Die gut markierte Drei-Seen-Wanderung lohnt sich auch an heissen Tagen, da die Bergseen angenehm kühl sind. Besonders der idyllische Fählensee eignet sich gut zum Schwimmen.

Wasserauen – Seealpsee

Ausgangspunkt der insgesamt knapp 19 Kilometer langen Drei-Seen-Wanderung ist der Bahnhof Wasserauen (868 m). Hoch zum Seealpsee (Titelbild) führen zwei Wege: einer auf einem sehr steilen Fahrsträsschen und ein etwas weniger steiler Bergweg. Ich empfehle dir den Bergweg durch das Hüttentobel. Der ist etwas weniger anstrengend und landschaftlich schöner. Zudem geht es auf diesem Weg gleich zu Beginn durch einen Wald, was vor allem an heissen Tagen sehr angenehm ist.

Nach dem Hüttentobel geht es vorbei an den Alpen Klein- und Gross Hütten zur Waldhütte, wo sich der Weg kurz vor dem Seealpsee gabelt (1153 m). Wir halten uns links und wandern dem linken Seeufer entlang zum Unterstrich, wo der Weg durch den gleichnamigen Wald über Kreuzböhl zur Meglisalp (1517 m) führt.

Blick vom Kreuzböhl auf den Altmann und die Ageteplatte im Alpstein
Bei Kreuzböhl

Die Meglisalp hat meiner Meinung nach die beste und kreativste Küche im gesamten Alpstein. Eine kurze Verpflegungsrast lohnt sich hier auf alle Fälle. Ich bestelle jeweils gerne den Hirsch-Hackbraten oder, wenn es etwas leichter sein soll, die Wanderplatte. Und wenn es nur etwas zu trinken sein soll, dann solltest du unbedingt eine «Bschorle» probieren. Das ist die Apenzeller Variante einer Schorle, mit Malz und 28 regionalen Birnen- und Apfelsorten. Die alkoholfreie «Bschorle» erfrischt nicht nur ungemein, sondern gibt dir dank des Malzes auch Energie.

Seealpsee – Meglisalp – Fählensee

Von der Meglisalp geht es weiter über Spitzigstein und Freiheit hoch zum Widderalpsattel, dem mit 1855 Meter höchsten Punkt der Drei-Seen-Wanderung. Links von dir siehst du nun den Schafberg, rechts die markanten Widderalpstöck.

Der Widderalp entlang wandern wir hinunter Richtung Stiefelwald bis zu Punkt 1433, wo der Weg sich gabelt. Wir halten uns rechts und kommen nach etwa einer dreiviertel Stunde zu Punkt 1407, wo der Weg nochmals etwas steil wird, bevor wir nach rund 30 Minuten beim Fählensee (1447 m) und dem Berggasthaus Bollenwees ankommen.

Blick vom Bollenwees auf den Fählensee im Alpstein
Der schönste Fjord der Schweiz – der Fählensee

Fählensee – Sämtisersee – Brülisau

Vom Bollenwees geht es gemütlich weiter über Furgglen hinunter zum Rhodwald zum letzten See der Drei-Seen-Wanderung: dem Sämtisersee (1207 m). Weder der Sämtiser- noch der Fählensee haben übrigens einen oberirdischen Abfluss. Ihr Wasser fliesst unterirdisch durch den südöstlich vorgelagerten Gebirgskamm in den Rhein. Der Sämtisersee liegt zudem in einer der tiefsten Mulden der Schweiz. Im Winter können hier, wenn der See zugefroren ist, sehr tiefe Temperaturen auftreten und es bilden sich sogenannte Kaltluftseen. Mehr dazu erfährst du hier.

Blick vom Hohen Kasten auf den Sämtisersee im Alpstein
Blick vom Hohen Kasten auf den Sämtisersee.

Links am See vorbei kommst du nach etwa 15 Minuten zum Plattenbödeli (1279 m) mit dem gleichnamigen Bergrestaurant. Von dort aus hast du nun zwei Möglichkeiten, um nach Brülisau (905 m) zu kommen, dem Endpunkt der Drei-Seen-Wanderung: Das sehr steile und schattige Brüeltobel hinab oder entlang der Alp Soll und den Ruhesitz (1279 m). Durch das Brüeltobel dauert der Abstieg eine knappe Stunde, über den Ruhesitz etwa 1,5 Stunden. Ich empfehle dir den etwas längeren Weg, weil er landschaftlich schöner ist und man im Ruhesitz nochmals einkehren kann. 😉

Ab Brülisau fährt ein Postauto zurück zum Ausgangspunkt nach Wasserauen oder über Weissbad nach Appenzell.

  • Einkehr/Unterkunft: Wasserauen, Berggasthaus Seealpsee, Gasthaus Forelle (Seealpsee), Meglisalp, Bollenwees, Plattenbödeli, Ruhesitz, Brülisau
  • Alpkäse, Eier & Milch kaufen (im Sommer): Alp Klein Hütten, Alp Gross Hütten, Seealpkäserei
  • Gehzeit: Rund 7 Stunden
  • Schwierigkeit: T2
  • Karte: 1:25’000 Wanderkarte Appenzellerland
  • Beste Jahreszeit: Jun – Okt
Klick auf die Karte für weitere Informationen.

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