Der Wald tut viel für uns: er schützt uns, nährt uns und stärkt uns. Ein Leben ohne ihn wäre für den Menschen undenkbar. Doch mit dem Klima muss sich auch der Wald verändern, damit er weiterhin seine Leistungen für den Menschen erbringen kann. Bisher Bewährtes muss sich wandeln, sich den neuen Bedingungen anpassen.

Das 1987 gegründete Bergwaldprojekt unterstützt den Wandel für einen zukunftstauglichen Wald massgeblich. Trotz Corona leisteten Freiwillige im vergangenen Jahr über 70’000 Arbeitsstunden in den Bergwäldern und Kulturlandschaften der Schweiz. Auch wenn die Arbeiten etwas aufwändiger zu organisieren sind, haben sie ihre Wichtigkeit keineswegs verloren. Corona hat offenbar zu einem – wenn auch aufgezwungenen – Wertewandel in der Gesellschaft geführt. Statt ins Ausland zu reisen, sind die meisten hier geblieben. Und viele haben sich dazu entschieden, sich freiwillig für den Bergwald zu engagieren.

Aus diesem Grund lanciert das Bergwaldprojekt in diesem Jahr neben den altbewährten auch neue Projekte. Im Bergell und im Tessin kann Mann und Frau sich für Bergwald und Kulturlandschaft stark machen.

Für Wald und Weideflächen

Das Bergwaldprojekt setzt sich mit seinen jährlich über 2000 Freiwilligen für die Verjüngung des Waldes, den Schutz junger Bäume gegen Wildverbiss, eine gesunde Artenzusammensetzung des Waldes und die Vielfalt auf Alpweiden ein. Auch 2021 wird wieder fleissig gearbeitet – selbstverständlich unter Einhaltung der Corona-Schutzmassnahmen. In rund 150 Projektwochen an über 40 Orten der Schweiz können wiederum erwachsene Freiwillige, Schulklassen und Firmeneinsätze mithelfen, den Schutz durch unsere Bergwälder und die Vielfalt unserer Kulturlandschaften aufrecht zu erhalten.

Jung und Alt, Bürolisten und Handwerker, Mann und Frau arbeiten zusammen bei Sonne und Regen am gemeinsamen Ziel. Angeleitet werden sie von erfahrenen Fachleuten. Gewohnt wird in einfachen Unterkünften, die Mahlzeiten sind regional und biologisch.


«Wir sind auf die Schutzwirkung der Bergwälder angewiesen»

Interview mit Dunja L. Meyer, Öffentlichkeitsverantwortliche des Bergwaldprojekts.

Bergwelt: Wie geht es dem Schweizer Bergwald aktuell?
Dunja L. Meyer: «Das ist eine schwierige Frage, denn es kommt drauf an wo. Allgemein kann man sagen, dass sich auch der Bergwald dem Klimawandel anpassen muss, dass die Artenzusammensetzung ändern wird. Es wird also grössere Veränderungen geben.»

Warum ist der Erhalt der Bergwälder in der Schweiz so wichtig?
«Rund die Hälfte der Schweizer Wälder sind Schutzwälder. Ohne diese wären zahllose Häuser, Siedlungen, Dörfer, Wintersportorte und ein grosser Teil der Verkehrsachsen ohne Schutz. So wie wir heute leben sind wir auf die Schutzwirkung der Bergwälder angewiesen. Abgesehen davon sind die Bergwälder aussergewöhnliche Lebensräume mit einer angepassten Flora und Fauna.»

Was würde mit dem Bergwald passieren, würden solche Einsatze nicht geleistet?
«Viele Arbeiten würden unerledigt bleiben. Durch den Klimawandel und damit verbundenen vermehrten heftigen Winterstürmen, fällt viel Arbeit an und die Forstdienste stossen an ihre Kapazitätsgrenzen. Nicht alle Arbeit muss von professionellen Leuten ausgeführt werden. Da kann das Bergwaldprojekt mit seinen Freiwilligen einspringen.»

Wie sieht ein solcher Bergwald-Einsatz aus?
«Am Sonntag werden die Arbeiten und das Bergwaldprojekt in einem Einführungsvortrag vorgestellt. Der Tag der Freiwilligen beginnt jeweils mit einem währschaften Morgenessen um 6.30 Uhr. Ein Halbtag pro Woche ist für die gemeinsame forstliche Exkursion in der näheren Umgebung reserviert. Zu den Aufgaben der Freiwilligen gehört auch die Unterstützung der Köchin beim Aufräumen und Abwaschen.»

Welche Voraussetzungen muss man als Freiwillige oder Freiwilliger mitbringen?
«Ein Einsatz ist von 18 – 88 Jahren möglich. Voraussetzung sind gute körperliche Verfassung und Trittsicherheit. Die Arbeiten können in steilem Gelände stattfinden. Es gibt auch Einsatzmöglichkeiten für Schulklassen oder Lernende.»

Ist es schwierig, jeweils genügend Freiwillige zu finden?
«Es kommt etwas auf das Projekt an. Es gibt die ‹Bestsellers› die sehr schnell voll sind und es gibt sogar Wartelisten, andere Projekt werden als Kleinprojekte mit weniger Teilnehmern durchgeführt.»

Interessierte können sich direkt über www.bergwaldprojekt.ch für eine Projektwoche anmelden.

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