Als ich mir vor über 15 Jahren meine «MSR Denali Evo Ascent»-Schneeschuhe gekauft habe, mit denen ich übrigens bis heute noch regelmässig unterwegs bin, war das Schneeschuhwandern hierzulande noch eher eine Randsportart. Heute gehört es mit zu den beliebtesten Wintersportarten. Nicht zuletzt, weil man dabei weitab von überlaufenen Pisten und Wegen unterwegs sein und so Natur pur erleben und geniessen kann. Zudem muss man Schneeschuhwandern nicht lernen und ein Schneeschuh-Wandertag ist in der Regel weitaus günstiger als ein Tag auf einer Skipiste.  

Für alle, die in dieser Saison mit dem Schneeschuhwandern beginnen möchten, habe ich nachfolgend einige Tipps zum Kauf und zur Pflege von Schneeschuhen.

Schneeschuh-Typen

Bevor du dir deine ersten Schneeschuhe kaufst, solltest du dir im Klaren darüber sein, wo du mehrheitlich unterwegs sein wirst. Denn zwischen Schneeschuhen für flaches Gelände und solchen für alpine Touren gibt es einige Unterschiede. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen drei Schneeschuh-Typen:

  • Classics
  • Moderns
  • Originals

Die am häufigsten genutzten Typen sind die Classics und die Moderns. Classics besitzen meist einen mit Kunststoff bespannten Rahmen aus Aluminium. Sie sind leicht, haben eine grosse Auflagefläche und eignen sich vor allem für Wanderungen im flachen Gelände. Solche Schneeschuhe werden mit einer einfacher Riemenbindung am Schuh befestigt. Sie haben nur wenige Dornen am Rahmen und sind mit eher flachen Harschkrallen ausgestattet. Da Classics normalerweise auch über keine Steighilfen verfügen, sind sie für steileres Gelände nicht geeignet.

Moderns werden aus Kunststoff hergestellt und verfügen in der Regel über eine grössere Anzahl Dornen am Rahmen, eine Steighilfe und grössere Harschkrallen, mit denen man auch steilere Aufstiege gut meistern kann. Moderns sind meist kürzer und schmaler als Classics und ihre Bindung ist komplexer und stärker, um den höheren Belastungen im alpinen Gelände standzuhalten. Schmale Schneeschuhe ermöglichen zudem eine natürlichere Gehweise. Für die meisten Modern-Modelle gibt es modulare Verlängerungselemente, die zusätzliche Tragfähigkeit beim Gehen mit viel Gepäck oder im Tiefschnee bieten.

Originals bestehen aus einem einfachen Holzrahmen, der mit Leder bespannt ist. Zum Einsatz kommt dieser Schneeschuh-Typ hierzulande aber nur selten, da er nur für Touren in flachem Gelände geeignet ist.

Bei allen Schneeschuh-Typen gilt: Je grösser das Körpergewicht und das der Ausrüstung, desto grösser müssen die Schneeschuhe sein.

Bindung & Schuhwerk

Die Bindung aller guten Schneeschuhe besteht aus einer starren Platte mit Schuhkorb und Riemenverschluss. Achte bereits beim Kauf darauf, dass sie sich die Riemen leicht öffnen und wieder schliessen lassen und auch mit angezogenen Handschuhen leicht zu bedienen sind. Schneeschuh-Bindungen sind so aufgebaut, dass sie problemlos mit den meisten Wanderschuhen verwendbar sind. Wichtig ist, dass die Wanderschuhe knöchelhoch sind, eine feste Sohle haben und vor allem wasserdicht sind. Gamaschen oder Hosen mit Schneefang können das Eindringen von Schnee in den Schuh verhindern. Achte darauf, dass die Gamaschen vorne einen kleinen Haken haben, den du in den Schnürsenkeln deiner Wanderschuhe einhängen kannst. So wird verhindert, dass die Gamaschen während des Gehens hochrutschen.

Ausrüstung

Wie bei anderen Wintersportarten ist auch beim Schneeschuhwandern das gute alte Zwiebelschalensystem optimal. Denn auch wenn es in den Bergen kalt ist: Wenn du eine halbe Stunde bergauf durch den Pulverschnee stapfst, kommst du ins Schwitzen. Deshalb sind atmungsaktive Sportkleider ratsam und natürlich ein Shirt zum Wechseln. Ebenfalls sehr hilfreich sind Wander- oder Skistöcke. Die meisten Modelle lassen sich ganz einfach mit grossen Wintertellern nachrüsten, damit sie nicht zu tief in den Schnee einsinken.

Ebenso zur Ausrüstung gehören neben warmer Kleidung und Handschuhen, Gamaschen (v.a. bei Neuschnee), Sonnencreme und Sonnenbrille, genug zu Essen und zu Trinken, Landes- oder Schneeschuhkarten der entsprechenden Region (1:25’000), ein aufgeladenes Smartphone sowie eine Notfallausrüstung (Erste-Hilfe-Set, Rettungsdecke, LVS-Gerät und Lawinenschaufel). Denn auch wenn du nicht die höchsten Gipfel erklimmen willst, kannst du Pech haben und in eine Lawine geraten. Deshalb solltest du auf einer Schneeschuhwanderung auch immer mindestens zu zweit unterwegs sein.

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Richtig pflegen

Den Rahmen und die Verschlussriemen befreist du am besten mit einer weichen Bürste von Matsch und Erde. Die Schnallen sollten ebenfalls gereinigt werden, damit sie lange einwandfrei funktionieren.

Wie Skikanten können auch die Harscheisen und die Bindungsplatte eines Schneeschuhs anfangen zu rosten. Das ist ganz normal und du musst nichts besonderes dagegen tun. Durch die Benutzung im Schnee löst sich die dünne Rostschicht von ganz allein.

Um deine Schneeschuhe nicht zu beschädigen, solltest du sie niemals mit Schleifpapier o.ä. abschleifen. Am besten trocknest du deine Schneeschuhe nach jeder Tour (und vor dem Einlagern Ende Saison) gründlich – so verhinderst du am ehesten, dass sich Rost bildet. Gegebenenfalls musst du auch die Schraubenmuttern etwas nachziehen.

Nimm Rücksicht auf Wildtiere

Als Schneeschuhwanderer bist du oftmals abseits von viel begangenen Wegen unterwegs und somit in Gebieten, in denen sich auch Wildtiere aufhalten. Um sie in ihrer Winterruhe möglichst nicht zu stören, solltest du folgende Regeln beachten:

  1. Wildruhezonen und Wildtierschutzgebiete beachten: Sie bieten Wildtieren Rückzugsräume.
  2. Im Wald auf Wegen und bezeichneten Routen bleiben: So können sich Wildtiere an den Menschen gewöhnen.
  3. Waldränder und schneefreie Flächen meiden: Sie sind die Lieblingsplätze der Wildtiere.
  4. Hunde an der Leine führen, insbesondere im Wald: Wildtiere flüchten vor frei laufenden Hunden.

Eine Übersichtskarte über die Wildruhezonen in der Schweiz findest du hier.


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