Nachdem ich früher jahrelang ein klassisches Mountainbike gefahren bin, gehöre ich seit diesem Frühling nun auch zu den Besitzern eines E-Mountainbikes. Und ich musste mir deswegen schon einiges an Häme und Kritik anhören. Dass E-Mountainbikes nur etwas für Faule oder für Rentner seien, sind die meistgehörten Vorurteile. Kürzlich hat mir sogar jemand gesagt, dass er E-Mountainbiker für das Schlimmste halte, was die Evolution je hervorgebracht habe.

Wenn ich nicht gerade als evolutionären Fehltritt bezeichnet werde, bin ich jeweils gerne bereit, mit Kritikern über die Vor- und Nachteile von E-MTBs zu reden und sie vielleicht davon zu überzeugen, dass ein E-MTB genauso ein Sportgerät ist, wie ein herkömmliches Mountainbike. Mit dem Unterschied, dass man mit einem E-MTB schneller ist, wesentlich längere Strecken fahren kann und es deshalb einfach viel mehr Spass macht. Und vor allem bergauf lassen sich mit einem E-MTB kleinere Verblockungen oder Wurzelpassagen meistern, bei denen man mit einem normalen Mountainbike hängenbleiben würde.

Auffallend ist, dass viele Kritiker noch nie selber mit einem E-Mountainbike gefahren sind. Das erklärt vermutlich auch, weshalb nicht wenige von ihnen davon ausgehen, dass man mit einem E-MTB gänzlich ohne jegliche Anstrengung durch die Pampa cruisen kann. Jeder, der selber schon mal mit einem E-MTB unterwegs war weiss, dass das Quatsch ist. Auch beim E-MTB geht nämlich nichts, wenn man nicht in die Pedale tritt. Zudem geht die Unterstützung bei meinem Bike nur bis 25 km/h. Danach ist Schluss.

Wofür ich das E-MTB brauche

Für mich ist das E-Bike Auto- und Busersatz, auf mittleren Strecken ersetzt es auch die S-Bahn. Im Alltag fahre ich damit zu geschäftlichen Terminen und zum Einkaufen. Insbesondere bei geschäftlichen Terminen im Sommer ist der grosse Vorteil des E-Bikes, dass ich nicht komplett verschwitzt am Ziel ankomme. In meiner Freizeit will ich aber schwitzen, wenn ich mit dem E-Bike unterwegs bin. Aus diesem Grund habe ich mir eine MTB-Version gekauft. Damit trainiere ich vor allem Ausdauer – und nach dem Lockdown mussten auch paar überflüssige Kilos weg. Dank der Unterstützung des Elektromotors ist es einfacher, während des Trainings im aeroben Bereich zu bleiben und somit das Training wesentlich effizienter zu gestalten.

Auch MTB-Profis trainieren unterdessen übrigens immer häufiger mit E-Bikes. Warum und wie, erklärt Remy Absalon im Video.

Hardtail oder Fully?

Ich bin am liebsten auf Flowtrails sowie Cross Country- und technische Uphill-Trails unterwegs und weniger im felsigen Gebirge oder auf Downhill-Trails. Deshalb habe ich mich für ein Hardtail entschieden. Die vordere Federgabel (120 mm Federweg) und die 29-Zoll-Reifen dämpfen ausreichend und der Verzicht auf einen gefederten Hinterbau spart zudem Gewicht. Durch das geringe Gewicht fühlt sich ein Hardtail für mich reaktionsfreudiger an. Zudem schätze ich an einem Hardtail das direkte Fahrgefühl im Wiegetritt bergauf. Technisch anspruchsvollere Abfahrten sind mit einem Hardtail allerdings etwas schwieriger zu meistern als mit einem vollgefederten Bike.

Die Vorteile eines Hardtails im Überblick:

  • steife Geometrie für direktere Kraftübertragung
  • leicht gebaut, damit die Kraft noch besser in Tempo umgesetzt werden kann
  • gute Klettereigenschaft
  • ideal, um viel Druck auf die Pedale aufbauen zu können und so effizient zu fahren
  • geringerer Wartungsaufwand
  • etwas günstiger im Preis

Unterstützung nach Mass

Mein Flyer Uproc2 4.10 hat vier unterschiedliche Unterstützungsstufen: «Eco», «Standard», «Auto» und «High». Letztere kommt bei mir vor allem dann zum Einsatz, wenn ich unverschwitz am Ziel ankommen möchte. Auf der «Standard»-Stufe ist die Unterstützung immer gleichmässig, egal, wie stark ich in die Pedale trete und im «Auto»-Modus passt sich die Unterstützung meinem Kraftaufwand an. Je stärker ich in die Pedale trete, desto mehr Unterstützung erhalte ich. Und auf der Stufe «Eco» wird eigentlich nur etwas das zusätzliche Gewicht des Akkus ausgeglichen und man fährt damit fast wie mit einem normalen Mountainbike. Auf der niedrigsten Stufe (Eco) liegt die Unterstützung bei etwa 38%, auf der höchsten bei 300%.

Für sportliche Aktivitäten im Gelände wähle ich meistens die Stufe «Auto». Diese äusserst dynamische und fein dosierte Stufe eignet sich optimal für technisch anspruchsvolle Anstiege mit Stufen und Wurzeln oder losem Untergrund.

Warum ein E-Bike der Marke Flyer?

Kurz gesagt, weil es ein E-Bike aus der Schweiz ist. Als Pionier hat die Flyer AG seit Anfang der 1990er Jahre einen fundierten Erfahrungsschatz aufgebaut und die Entwicklungen in der E-Bike-Branche massgeblich beeinflusst und gestärkt. Auch wenn Flyer den MTB-Trend zu Beginn etwas verschlafen hat, gehören die Schweizer Mountainbikes dank sehr guter Verarbeitung und smarten Details heute zu den Top-E-Bikes.

Ein paar kleine Kritikpunkte habe ich dennoch: Der Panasonic-GX-Ultimate-Motor ist zwar sehr kraftvoll aber leider auch relativ laut und der Akku klappert ebenfalls laut im Rahmen. Zudem wäre ich vor allem auf längeren steilen Abfahrten manchmal froh darüber, wenn die Bremsen vier Kolben hätten, anstatt nur zwei.

Fazit

Wie eingangs bereits erwähnt, macht das Fahren mit einem E-MTB einfach richtig viel Spass, weil man damit den Lieblingstrail entweder mehrmals fahren kann oder aber schneller, wenn man mal nicht so viel Zeit hat aber dennoch raus an die frische Luft will. Und gerade weil man mit einem E-MTB «mal eben noch kurz einen Trail machen kann», bin ich nun wesentlich häufiger mit dem Bike unterwegs, als früher mit dem normalen MTB.

Auf der Karte siehst du eine dieser Touren, die ich dank E-MTB nun häufiger «mal kurz» machen kann. 37,31 km mit 1222 m Aufstieg.😁

Klick auf die Karte für mehr Tour-Details


Dieser Beitrag ist keine bezahlte Werbung. Ich habe das Produkt selber gekauft und weder von Flyer bikes noch von einer Agentur irgendwelche inhaltliche Vorgaben erhalten.

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