Bis 1932 war der Eiger bereits von fast allen Seiten bestiegen worden, nur die Nordwand hatte noch niemand geschafft. Sie galt als „unbezwingbare Mordwand“,

die bis 1938 bereits neun Bergsteigern das Leben Dann, am Nachmittag des 24. Juli 1938 durchstiegen die Österreicher Fritz Kasparek und Heinrich Harrer und die beiden Deutschen Andreas Heckmair und Ludwig „Wiggerl“ Vörg als erste Menschen die 1650 Meter hohe Eiger-Nordwand. Vor ihnen hatten bereits neun Bergsteiger den Versuch, die angeblich „unbezwingbare Mordwand“ zu besteigen, mit ihrem Leben bezahlt. Das „Alpine Journal“ schrieb damals: „Die Wand ist eine Bessesenheit für Geistiggestörte fast aller Länder.“

1936 erliess die Berner Regierung sogar ein kurzzeitig gültiges Besteigungsverbot und im Jahr darauf entband sie die lokalen Bergführer ausdrücklich von der Pflicht, verunglückte Alppinisten aus der Nordwand zu retten. Der Beschluss verfehlte allerdings seine abschreckende Wirkung und das Wettrennen am Eiger ging weiter.

Hier 11 weitere beeindruckende Fakten und Zahlen rund um die Eiger-Nordwand:

1. Lage & Höhe

Die Eiger-Nordwand, die eigentlich die Nordwestwand ist, ist Teil des 3967 Meter hohen Eigers und liegt südwestlich von Grindelwald im Berner Oberland. Die Wandhöhe beträgt 1650 Meter, die Kletterstrecke der Heckmair-Route rund 4000 Meter. Somit ist sie eine längsten und anstrengendsten Kletterrouten der Alpen. Insgesamt führen über 30 Routen durch die Eiger-Nordwand.

Am Fusse der Nordseite des Eigers verläuft die Grenze des UNESCO-Weltkulturerbes Jungfrau-Aletsch-Bietschorn.

2. Die beste Jahreszeit

Die Eiger-Nordwand kann grundsätzlich sowohl im Sommer als auch im Winter geklettert werden. Die Monate Juni, Juli bis Mitte September sind aber meist zu heiss und es gibt viel Steinschlag.

3. Schwierigkeit Heckmair-Route

Fels: AS, Firn und Gletscher: ab VI (UIAA)

4. Die bekanntesten Stellen in der Heckmair-Route

  • Schwerer Riss: Enge Passage nach etwa einer Stunde, gilt als erste Schlüsselstelle
  • Hinterstoisser-Quergang: Eine mit Fixseilen gesicherte, 30 Meter breite Felsplatte. Benannt nach Andreas Hinterstoisser, dem Erstbegeher der Platte, der dort einen Seilzug-Quergang legte.
  • Schwalbennest: Beliebter Biwakplatz nach dem ersten Viertel der Kletterstrecke. Gilt auch als Rettungsort bei Steinschlag.
  • Erstes Eisfeld: An dieser Stelle verlor der erfahrene Bergsteiger Toni Kurz 1938 sein Leben, nachdem er eine eiskalte Nacht lang im Seil hing. Grund: Ein Knoten im Rettungsseil passte nicht durch den Karabiner.
  • Todesbiwak: Das Biwak trägt seinen Namen seit 1935. Max Sedlmayer und Karl Mehringer, zwei Kletterer aus Deutschland, wurden hier zuletzt lebend gesichtet.
  • Die Spinne: Ein etwa 300 Meter langer und steiler Eisschild, der durch das ständige Abgehen von Schnee und Eis dem Aussehen einer Spinne ähnelt.

5. Der schnellste Durchstieg

Am 16. November 2015 durchquerte Ueli Steck (†) die Eiger-Nordwand auf der Heckmair-Route in  2 Stunden 22 Minuten und 50 Sekunden. (Die Erstbegeher benötigten dafür 3 Tage)

6. Der erste Alleingang

1963 vom Walliser Michel Darbellay in 18 Stunden.

7. Das erste Wintersolo

1978 brauchte der Japaner Tsuneo Hasegawa sechs Tage dafür.

8. Die erste Frau

Die estnisch-deutsche Bergsteigerin Daisy Voog durchquerte die Eiger-Nordwand am 4. September 1964 auf der Heckmair-Route als erste Frau mit ihrem Begleiter Werner Bittner.

9. Die erste Frau im Winter

Die Französin Catherine Destivelle erklomm die Nordwand im Winter 1992 alleine in 17 Stunden.

10. Der älteste Bergsteiger

Mit 74 Jahren bezwang der Österreicher Peter Habeler 2017 als bislang ältester Bergsteiger die Eiger-Nordwand. Begleitet wurde er vom 47 Jahre jüngeren Sportkletterer David Lama.

11. Tödliche Unfälle

Bislang sind 70 Menschen beim Versuch die Eiger-Nordwand zu erklimmen ums Leben gekommen. Der Eiger gehört somit zu den 10 gefährlichsten Bergen der Welt.


Was wurde aus den Erstbegehern?

Weltberühmt wurde Heinrich Harrer (l.), der während des Zweiten Weltkriegs sieben Jahre in Tibet verbrachte, mit dem Dalai Lama befreundet war, jahrzehntelang seine Nazi-Vergangenheit verbergen konnte und im hohen Alter von 94 Jahren verstarb.

Anders als Harrer hatte sich Andreas Heckmair (2. v. l.) um Distanz zu den Nazis bemüht. Er wurde ein Leben lang als Held vom Eiger verehrt und starb 2005 mit 98 Jahren.

Ludwig Vörg (3. v. l.) fiel 1941 als Gefreiter der Wehrmacht im Russland-Feldzug.

Fritz Kasparek (r.) hatte sich nach der Eiger-Bezwingung der Waffen-SS angeschlossen und kämpfte in Frankreich und Russland. Einige Jahre nach dem Krieg stürzte er bei einer Expedition in den Anden zu Tode.

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