11 Tipps für den Hütten-Aufenthalt

1. Reservieren & stornieren

Hüttenübernachtungen werden immer beliebter, entsprechend gross kann in gewissen Hütten der Andrang sein. Überbelegte Hütten sind aber für alle Beteiligten nervig. Deshalb sollte man seinen Schlafplatz zwingend rechtzeitig reservieren. Das geht bei vielen Hütten inzwischen auch online. Wer vegetarisch isst, an Unverträglichkeiten oder Allergien leidet oder erst nach dem Abendessen ankommt, sollte das bei der Reservation angeben. Genauso wichtig wie das Reservieren ist das Stornieren, wenn man nicht kommen kann. Das hilft den Hüttenwirten bei der Planung der Kapazitäten, weil sie in der Regel nie alle Schlafplätze im Voraus vergeben, damit immer Notschlafplätze für Verletzte, Kranke und Mitglieder von Rettungsmannschaften frei sind.

2. Nicht knausrig sein

Mitglieder von Alpenvereinen zahlen in vielen Hütten nur die Hälfte der Gebühren. Das führt oftmals zu Unmut bei anderen Gästen, die keinem Verein angehören. Es kommt leider immer wieder vor, dass einige davon versuchen, sich die Vergünstigungen zu erschwindeln. Das ist nicht die feine Art, denn mit den Mitgliederbeiträgen werden unter anderem auch Hütten finanziert. Auch ist es nicht so, dass sich die Einfachheit einer Berghütte auf deren Preise auswirkt. Denn der Transport der Nahrungsmittel in die Hütte und der regelmässige Abtransport des Mülls sind aufwändig und teuer. Der beste Zeitpunkt um zu bezahlen ist übrigens vor dem Schlafengehen, denn am Morgen herrscht meist etwas Hektik. Vergünstigt übernachten kann man als Alpenvereinmitglied natürlich nur, wenn man den Mitgliederausweis in der Hütte vorzeigen kann.

4. Ins Hüttenbuch eintragen

Das Hüttenbuch ist kein Poesiealbum sondern ein Gästebuch, dass vor allem Bergsteigern als Lebensversicherung dient, die alleine unterwegs sind. Wird jemand vermisst, können die Einträge im Hüttenbuch bei der Suche helfen. Darum sollte jeder neben Name und Datum auch das nächste Ziel und die eigene Handynummer aufschreiben.

5. Platz machen

Leute, die ihren Platz an einem Pool im Flachland mit dem Handtuch reserviert, kommen nicht gut an. Genauso ergeht es auch Stuhlbesetzern im Gastraum einer Berghütte. Besonders in kleinen Hütten mit einem bescheidenen Platzangebot im Gastraum ist es verpönt, die Plätze nach dem Essen noch lange zu belegen, während den Wartenden der Magen immer lauter knurrt. Wer dann im Schlafraum seinen Proviant verputzen will, verhält sich leider auch falsch: Hier darf weder gegessen, gekocht und schon gar nicht geraucht werden.

6. Essen, was auf den Tisch kommt

Statt der Kartoffeln lieber Wildreis mit Extrasauce, den Salat ohne Radieschen, aber dafür mit Paprika – und danach einen Latte Macchiato mit Sojamilch anstatt einen Filterkaffee! Mit solchen Extrawünschen erheitert man im besten Fall nur die anderen Gäste. Im schlimmsten Fall verärgert man den Hüttenwirt. Es gibt zwar inzwischen einige „Gourmet-Hütten“, doch in den meisten Hütten stehen eher Gerstensuppe, Rösti und Pasta als Sternekost auf dem Speiseplan. Wer seinen eigenen Proviant essen möchte, macht das am besten ausserhalb der Hütte. Denn wer den Sitzplatz in Gastraum oder auf der Terrasse belegt, bestellt allein schon aus Höflichkeit beim Wirt oder fragt zumindest vorher, ob Mitgebrachtes verzehrt werden darf.

Von zwölf Uhr mittags bis 20 Uhr ist auf den meisten bewirtschafteten Hütte mindestens eine warme Mahlzeit im Angebot. Essen und Unterkunft können oft nur bar bezahlt werden, also sollte man ausreichend Geld dabeihaben. Ab wann die Hüttenwirte Frühstück und Teewasser bereitstellen, hängt von den Tourenbedingungen für die Bergsteiger ab. Wenn sie nicht besonders früh starten müssen, ist meist sieben Uhr üblich.

7. Aufmerksam sein

Das Hüttenteam ist froh um Mithilfe beim Abräumen, manchmal auch beim Spülen oder bei anderen Arbeiten. Wer fragt, wo er mit anpacken kann, ist in dieser Hütte immer wieder willkommen. Und wer sich vor dem Aufstieg erkundigt, ob gerade etwas dringend im Rucksack zur Hütte gebracht werden muss, macht sich gleich noch beliebter.

8. Nicht angeben

Wer die Hüttengäste lautstark mit seinen Bergabenteuern unterhält, macht sich keine Freunde. In der Regel werden die Wände dann mit jedem Bier steiler, die Gletscherspalten grösser und die Zuhörer müder. Fragt man solche Plauderer, ob sie den Yeti auch schon mal gesehen haben, ist meisten Ruhe.

9. Bett- und Nachtruhe beachten

Manche verwechseln Berghütten-Gaudi leider mit Après-Ski-Zelten oder dem Ballermann und grölen angeheitert weiter, obwohl andere längst schlafen wollen. Und weil dieser „Sänger“ und „Musiker“ oftmals nicht sonderlich begabt sind, entscheiden die Wirtsleute, ob und wie lange gespielt werden darf oder nicht. In den meisten Hütten herrscht von 22 bis sechs Uhr Hüttenruhe, in einigen erst ab Mitternacht. In der Regel informiert ein Aushang über die Zeiten. Wer wegen einer langen Tour früher aufstehen muss, sollte das so geräuschlos wie möglich bewerkstelligen – am besten wortlos.

Damit die Nachtruhe nicht gestört wird, sollte man auch an Stirnlampen oder kleine Taschenlampen denken, um im Dunkeln den Weg zur Toilette und wieder zurück ins Bett zu finden. Wer seinen Rucksack im Weg herumliegen lässt, ist selbst schuld, wenn er nachts von einem stürzenden Mitwanderer aus dem Schlaf gerissen wird.

Für alle, die ungestörter schlafen wollen: Ohrstöpsel wiegen nicht viel und sorgen für eine angenehm ruhige Nacht.

10. Schlafsack mitnehmen

Selbst wenn die Hütte Kopfkissen und Wolldecken anbietet, ist ein Hüttenschlafsack Pflicht – im Sommer ist ein dünner aus Baumwolle oder Seide warm genug. Manchmal können die Schlafsäcke ausgeliehen oder gekauft werden. Als hygienische Mindestausstattung gehören ausserdem in den Rucksack ein Handtuch, Zahnbürste und -pasta.

11. Abfall entsorgen

Was der Wanderer mit hoch genommen hat, soll er auch wieder mit hinunter nehmen. Der Müll darf natürlich nicht in der Natur entsorgt werden, aber auch nicht in der Hütte zurückbleiben. Glücklicherweise sind die Verpackungen auf dem Heimweg ja leer und leicht. ;-)

Bonus-Tipp für Hundehalter

Ein Hund in einer Hütte ist nicht jedermanns Sache. Daher sollten sich Tierbesitzer vorab beim Wirt erkundigen, ob sie ihren Hund mitbringen dürfen und wo dieser dann untergebracht werden kann – in die Schlafräume oder in die Küche darf der Hund grundsätzlich nicht. Und auch nicht zum Abkühlen in die Tiertränke, auch wenn diese ideale Hundebadewannen-Masse hat.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s