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Seit auf Tal- und Alpweiden neben MilchkĂŒhen vermehrt auch MutterkĂŒhe mit ihren KĂ€lbern gehalten werden, hĂ€ufen sich die Meldungen ĂŒber unschöne und teils sogar tödliche Begegnungen zwischen KĂŒhen und Wanderern. Erst Ende Juli wurde in Laax im Kanton GraubĂŒnden eine 77-jĂ€hrige Frau auf einem offiziellen Wanderweg von mehreren MutterkĂŒhen angegriffen, zu Boden geworfen und tödlich verletzt. Im Gegensatz zu MilchkĂŒhen sind MutterkĂŒhe den Kontakt mit Menschen nicht so sehr gewohnt und verteidigen ihre KĂ€lber auf der Weide instinktiv gegen jeden «Eindringling». Insbesondere, wenn der Eindringling zwischen sie und ihr Kalb gerĂ€t. Da Wanderer aufgrund der WegfĂŒhrung oftmals aber gar keine andere Wahl haben, als eine solche Weide zu betreten, gibt es fĂŒr sie (und wandernde Hundehalter) fĂŒr solche FĂ€lle klare Verhaltensregeln, die ich in einem frĂŒheren Beitrag bereits einmal beschrieben habe. Auch der Verband Schweizer Wanderwege hat dazu Verhaltensregeln herausgegeben.

Kurz nach dem Vorfall in Laax forderte Walter Grass, selber Bauer und PrĂ€sident des Vereins BĂŒndner Wanderwege (BWA), dass die Gemeinden nun das GesprĂ€ch mit den Älplern suchen und Mutterkuhweiden womöglich ausgezĂ€unt werden. Doch ganz so einfach ist die Sache nicht. Besonders auf den Alpen, wo das Gebiet oft weitlĂ€ufig und hĂŒgelig ist.

Was machen Verantwortliche bislang?

FĂŒr Tierhalter mit Rindvieh hat die Beratungsstelle fĂŒr UnfallverhĂŒtung in der Landwirtschaft (BUL) einen Ratgeber und eine Checkliste erstellt, die ihnen helfen soll, ihrer Sorgfaltspflicht bei der Sicherung der Wanderwege nachzukommen. Alporganisationen empfiehlt die BUL, das PrĂ€ventionsprogramm agriTop-Alp anzuwenden.

GrundsĂ€tzlich erhalten die Landwirte fĂŒr den Unterhalt der Wanderwege auf ihrem Gebiet keine finanzielle EntschĂ€digung. Einzelne Kantone haben aber die Möglichkeit, ĂŒber die neuen LandschaftsqualitĂ€tsbeitrĂ€ge Finanzierungen von AbzĂ€unungen zu unterstĂŒtzen. Allen Landwirten quasi per Diktat vorzuschreiben, ihre Mutterkuhherden mit ElektrozĂ€unen von den Wanderwegen fernzuhalten, erachtet die BUL als unverhĂ€ltnismĂ€ssig, wie sie auf Anfrage schreibt. Jede Alp und jede Weide mit Wanderweg mĂŒsse einzeln beurteilt werden. Behörden und Alporganisationen könnten in ihren Gebieten aber entsprechende Regeln in Form von Reglementen und Alpvorschriften erstellen. GemĂ€ss dem Verband Schweizer Wanderwege ist die PrĂ€vention von Konflikten mit Nutztieren zudem eines von zehn Kriterien bei der Neubeurteilung von Wanderwegen in den Kantonen.

Es wird also bereits jetzt einiges unternommen, um unschöne Begegnungen zwischen Mensch und Rindvieh auf Wanderwegen zu vermeiden. Dazu kommt, dass die Mutterkuhhaltung gemĂ€ss einer EinschĂ€tzung der BUL kĂŒnftig nicht mehr in dem Ausmass ausgeweitet wird, wie es in den vergangenen Jahren der Fall war. Wenn nun also Kantone und Behörden ihren Job machen und Bauern und Wanderer sich an Empfehlungen und und Verhaltensregeln halten, dĂŒrfte einem friedlichen Nebeneinander von Mensch und Tier auf Weiden und Wanderwegen nichts mehr im Wege stehen.


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