Von der Ebenalp über den Schäfler und die Himmelsleiter auf den Säntis (T3)

Der Bergsommer hat uns in diesem Jahr bislang ja ziemlich im Stich gelassen. Anfang der vergangenen Woche tat sich dann aber in der Ostschweiz wieder einmal ein kurzes Sonnenfenster auf, das wir für eine Tour auf unseren Hausberg, den Säntis, nutzten. Wobei Sonnenfenster eigentlich etwas übertrieben ist, es hat halt zur Abwechslung einfach mal nicht geregnet…

Gewählt haben wir eine Säntis-Route, die ich auf Bergwelt noch nicht vorgestellt habe.

Ausgangspunkt für diese luftige Tour ist der Bahnhof Wasserauen der Appenzeller Bahnen, von dem aus wir mit der Luftseilbahn auf die Ebenalp fahren. Von der Ebenalp aus geht es auf einem gut markierten Weg hinauf auf den Schäfler, wo man im gleichnamigen Restaurant unbedingt einen „Schlorzifladen“ probieren sollte! Meine Partnerin sagt übrigens, es wäre der beste seiner Art im gesamten Alpstein.

Vom Schäfler führt dann ein teils steiler und stellenweise ziemlich ausgesetzter Weg, der daher nur von geübten Berggängern mit gutem Schuhwerk begangen werden sollte, über Läden (1866) und Sattel (1800) zu Punkt 1799, wo wir uns rechts halten und so zum Lötzlialpsattel (1900) kommen. Dort wechseln wir von der Südseite des Grats auf die Nordseite und wandern durch ein Geröllfeld hinauf Richtung Öhrli bzw. zur Hinter Öhrligrueb (2119).

An der Öhrligrueb angekommen, empfiehlt sich eine kurze Rast, falls man sie nicht vorher schon irgendwo gemacht hat. Denn der Schlussaufstieg durch die Rossegg, Blau Schnee und hinauf zur Himmelsleiter hat es nochmals in sich.

In diesem Gebiet, insbesondere bei Blau Schnee, kann übrigens das gesamte Jahr über Schnee liegen. Wenn es viel davon hat oder bei starkem Nebel sind die Wegmarkierungen oft nur schwer zu erkennen. Achtung: Im Frühling können sich dort auch grössere Hohlräume und brüchige Schneebrücken bilden, die nicht immer auf Anhieb als solche zu erkennen sind.

Nach rund einer Dreiviertelstunde Marsch durch die Felslandschaft steht man dann mehr oder weniger plötzlich vor einem unauffälligen Schild, welches den Weg zum Gipfel (2502) anzeigt. Doch bevor man dort ankommt, ist nochmals etwas leichte Kraxelei nötig.

Der Weg beginnt mit dem Aufstieg durch Rinnen und auf schmalen Bändern, die stellenweise mit schon etwas älteren Drahtseilen gesichert sind. Nach rund 15 Minuten kommen wir durch eine kleine Lücke auf die Säntis-Route, die von der Schwägalp auf den Gipfel führt. Da diese Route schneller und leichter ist, wird sie auch öfters begangen. Entsprechend gross kann an schönen Tagen dann auch der Andrang sein, was an der Himmelsleiter regelmässig zu kleineren Staus führt.

Damit sich die Gipfelstürmer bei viel Betrieb einfacher kreuzen können, wurden 2011 einige kleine Plattformen in die Himmelsleiter eingebaut.

Damit ihr euch ein Bild von der Route machen könnt, habe ich noch ein kurzes Video dazu produziert.

 


 

In meinem Bergwelt-Blog findet man sowohl Wegbeschreibungen und dazugehörige Links als auch Informationen zu Restaurants, Hotels, Hütten sowie zu Tourismus- und Kletterregionen. Solche Angaben können sich natürlich immer mal wieder ändern oder veralten. Damit Nachwanderer und -kletterer immer auf dem aktuellsten Wissensstand sind, bitte ich um eure aktive Mithilfe. Aktualisierungen, Erfahrungen und/oder eigene Tipps könnt ihr auf bergwelt.wordpress@bluewin.ch hinterlassen. Vielen Dank!

2 Gedanken zu “Von der Ebenalp über den Schäfler und die Himmelsleiter auf den Säntis (T3)

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