Vergangene Woche wurde ein BerggĂ€nger beim Aufstieg auf den SĂ€ntis bei einem Steinschlag tödlich verletzt. Ein Stein traf den 31-jĂ€hrigen Mann unterhalb des Bergrestaurants Tierwiis im Gebiet „Ellbogen“ am Kopf. In diesem Teil des Alpsteins kommt es immer wieder zu SteinschlĂ€gen. Insbesondere auf den Routen, die von der SchwĂ€galp aus durch steiles und felsiges Gebiet auf den SĂ€ntisgipfel fĂŒhren. Der letzte tödliche Steinschlag-Unfall ereignete sich 2006: Damals starb ein 73-jĂ€hriger Wanderer im Gebiet „Musfalle“. Die „Musfalle“ liegt ĂŒbrigens auf derselben Route, wie der „Ellbogen“.

Die unproblematischste Route auf den SĂ€ntis fĂŒhrt von Wasserauen ĂŒber die Meglisalp, den Rotsteinpass und den Lisengrat auf den Gipfel. Sie ist aber fast doppelt so lang, wie jene von der SchwĂ€galp ĂŒber Tierwiis. Auch ist sie konditionell anspruchsvoller und auf dem Lisengrat ist Schwindelfreiheit und Trittsicherheit gefragt.

Im Gebirge muss grundsĂ€tzlich mit Steinschlag gerechnet werden. Neben Steinen, die sich von sich aus lösen, können auch andere Wanderer oder Tiere Steine lostreten, die BerggĂ€nger treffen könnten. Ich habe euch hier deshalb 5 Tipps, wie ihr euch etwas vor Steinschlag schĂŒtzen könnt. Einen absoluten Schutz gibt es aber nicht.

1. Nicht unnötig lange unterhalb von steilen FelswÀnden aufhalten, insbesondere von solchen, vor denen frisch abgebrochenes Gesteinsmaterial liegt und/oder BaumstÀmme mit Steinschlagspuren zu sehen sind.

2. Rasch und ohne selber Steine loszutreten durch steinschlaggefÀhrdetes Gebiet gehen.

3. Wenn ihr in Steinschlaggebiet unterwegs seid, konzentriert euch auf das Sehen UND das Hören! Steinschlag hört man oft schon von weitem. Wenn man ihn sieht, wird’s meist schon gefĂ€hrlich.

4. Wenn ihr Steinschlag in eurer NÀhe hört, rasch hinter einem Baum oder unter einem Felsvorsprung in Deckung gehen.

5. Beim klettern Kopf mit Helm schĂŒtzen.

Dass niemand vor Steinschlag verschont bleibt, zeigt das Beispiel des Schweizer Extrembergsteigers Ueli Steck. Als er 2007 die SĂŒdwand des Annapurna (8091 m) durchqueren wollte, geriet er auf etwa 5600 m in einen Steinschlag, wurde von einem Granitbrocken am Kopf getroffen und stĂŒrzte rund 300 Meter in die Tiefe. Mit Prellungen und einer schweren GehirnerschĂŒtterung schaffte er es selbstĂ€ndig zurĂŒck ins Basislager.

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2 Kommentare zu „5 Tipps zum Schutz vor Steinschlag

  1. In den Bergen ist immer Vorsicht geboten. Erst neulich habe ich eine Tour abgebrochen, aufgrund Steine die von oben herunter fielen. Der Geröllpfad verlief mal direkt zum schĂŒtzenden Felsen hin, dann wieder weg. Es war mir etwas zu unsicher.

    Danke fĂŒr deine Tipps !
    Viele GrĂŒĂŸe

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    1. Sehr gerne!

      Das halte ich in solchen Situationen jeweils auch so. Vernunft geht vor, damit man noch lange gesund in den Bergen unterwegs sein kann.

      Liebe GrĂŒsse!

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